Energie-Fusion Frankreich schmiedet mächtigen E.on-Rivalen
Die Aufsichtsräte von Suez und Gaz de France (GdF) hatten dem Zusammenschluss gestern Abend zugestimmt, nachdem sie sich auf die Ausgliederung der Umweltsparte von Suez geeinigt hatten. An dem gemeinsamen Unternehmen wird der französische Staat einen Anteil von mehr als 35 Prozent halten. Derzeit ist er mit rund 80 Prozent an GdF beteiligt.
Die französische Regierung hatte den Zusammenschluss im Februar 2006 ursprünglich eingefädelt, um eine Übernahme von Suez durch den italienischen Enel-Konzern zu verhindern. Der neue französische Präsident Nicolas Sarkozy war aber gegen eine Vollfusion, weil GdF damit faktisch privatisiert würde.
Auf Drängen von Suez-Chef Gérard Mestrallet akzeptiert Sarkozy jetzt den Zusammenschluss, wenn Suez vorher sein Wasser-, Abwasser- und Müllgeschäft - die sogenannte Umweltsparte - ausgliedert. Mestrallet schlug vor, diesen Bereich jetzt zu 66 Prozent an die Börse zu bringen und damit nur die Sperrminorität zu behalten.
Das allerdings schmeckt der Gewerkschaft CGT gar nicht. Sie kündigte ihren Widerstand gegen die "Zerstückelung" von Suez an. Suez ist knapp 18 Milliarden Euro mehr wert als GdF. Die Suez-Umweltsparte, die 2006 mit 57.500 Mitarbeitern 11,4 Milliarden Euro umsetzte, wird auf 18 bis 20 Milliarden Euro taxiert. Die CGT und andere Gewerkschaften hatten sich außerdem bis zuletzt gegen die Fusion gewehrt, weil der Staat seinen Status als bisheriger Mehrheitseigner an GdF verlieren wird.
ase/AFP/dpa-AFX