Energie: Ölpreis schnellt auf Rekordniveau - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Energie Ölpreis schnellt auf Rekordniveau

Die Marke von 114 Dollar für ein Barrel Öl ist geknackt - der Ölpreis hat einen neuen Rekordstand erreicht. Experten führen die Entwicklung auf den schwachen Dollar und knappe Energieressourcen zurück.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

New York - Im nachbörslichen Handel war es soweit: Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Light Sweet Crude knackte die Marke von 114 Dollar. Damit ist ein neuer Rekordstand erreicht. Zuvor war der Preis in New York zum Handelschluss bereits auf 113,99 Dollar gestiegen und lag damit 2,23 Dollar über dem Schlussstand vom Montag.

In London erreichte der Barrel-Preis für die dort gehandelte Nordseesorte Brent ebenfalls einen Rekordwert. Nachdem er zeitweise bei 112,08 Dollar lag, schloss der Barrel-Preis bei 111,31 Dollar.

Analysten führten den Preisschub neben der starken Nachfrage nach Dieselöl in Europa und Asien vor allem auf die anhaltende Schwäche des US-Dollar zurück. Ist die US-Währung schwach, wird Öl für ausländische Käufer billiger, da es in Dollar gehandelt wird. Auch technische Probleme in den Förderländern trieben den Preis nach oben, so etwa die Schließung eines Ölterminals in Mexiko und Pipeline-Probleme in Nigeria.

Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ließ am Dienstag seine Vorhersagen für den Anstieg der weltweiten Ölnachfrage unverändert. Demnach wächst die Ölnachfrage im Jahr 2008 um täglich 1,2 Millionen Barrel. Hohe Preise und ein langsameres Wirtschaftswachstum würden in den großen Industriestaaten die Nachfrage etwas zurückgehen lassen, in anderen Teilen der Welt bleibe das Kaufinteresse aber stabil, heißt es im Bericht des Opec-Kartells für den Monat April.

Die Spritpreise an deutschen Tankstellen blieben zunächst stabil, allerdings auf hohem Niveau. Am Dienstag kostete ein Liter Diesel nach Angaben von BP im bundesweiten Durchschnitt 1,37 Euro. Damit lag der Preis nur knapp unter dem Allzeithoch von 1,38 Euro, das am vergangenen Freitag erreicht worden war. Der Preis für einen Liter Superbenzin betrug 1,43 Euro und war damit noch ein Stück vom Rekordstand von 1,47 Euro im vergangenen November entfernt.

Die Spritpreise sind im April fast überall gestiegen, wie der ADAC nach seinem monatlichen Preisvergleich an Markentankstellen in 20 deutschen Städten mitteilte. Die regionalen Preisunterschiede seien bei Super mit 2,5 Cent klein, bei Diesel dagegen liege die Spanne bei 5 Cent. Autofahrer tanken laut ADAC zur Zeit in Kassel am teuersten und in Magdeburg am günstigsten. In Kassel kostete Super den Angaben zufolge am Dienstag durchschnittlich 1,454 Euro und Diesel 1,399 Euro. In Magdeburg kostete Diesel im Schnitt nur 1,349 Euro.

hen/AFP/AP

Mehr lesen über