Energiekonzern E.on rutscht in Verlustzone
Düsseldorf - Der Fehlbetrag beläuft sich auf 198 Millionen Euro nach einem Überschuss von 3,4 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, wie die Gesellschaft bekannt gab. E.on begründete den Verlust unter anderem mit Wertberichtigungen auf das Gasverteilnetz und einer Risikovorsorge, die wegen der Regulierung der Energienetze nötig geworden sei. Im Vorjahr waren zudem durch den Verkauf von Viterra und Ruhrgas Industries Buchgewinne in Höhe von drei Milliarden Euro angefallen.
Über die ersten neun Monate sank der Überschuss des Versorgers um 59 Prozent auf 2,63 Milliarden Euro und damit stärker als von Analysten erwartet. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) erhöhte sich in den ersten neun Monaten von 5,5 Milliarden auf 6,06 Milliarden Euro und der Umsatz sprang um 25 Prozent auf 49,45 Milliarden Euro. Damit verfehlte E.on allerdings die Erwartungen der Analysten.
"Zahlen waren durch die Bank schwach"
Die Aktien des Energiekonzerns sind nach Vorlage der enttäuschenden Zahlen ins Minus gedreht. Die E.on-Bilanz wurde am Markt negativ aufgenommen: "Die Zahlen enttäuschen auf ganzer Linie", sagte ein Händler. Vor allem der Überschuss habe deutlich unter den Markterwartungen gelegen. Auch der Umsatz sei etwas schwächer als erwartet ausgefallen. Ähnlich äußerte sich ein anderer Marktteilnehmer: "Die Zahlen waren durch die Bank schwach."
Die Zuwächse beim operativen Ergebnis begründete E.on mit dem guten Abschneiden des europäischen Strom- und Gasgeschäfts. Für das laufende Geschäftsjahr stellte E.on-Chef Wulf Bernotat beim EBIT unverändert einen Zuwachs im oberen einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Der Überschuss soll aufgrund geringerer Erlöse aus Beteiligungsverkäufen hinter den Vorjahreswert zurückfallen.
Im Mittelpunkt der Quartalsbilanz steht der geplante Kauf der spanischen Endesa. E.on will seinen Konkurrenten für 37 Milliarden Euro übernehmen. Nachdem das spanische Industrieministerium die Auflagen abgemildert habe, erwarte er nun eine zügige Freigabe durch die Börsenaufsicht CNMW, sagte Bernotat. "Wir sind unverändert zuversichtlich, die Transaktion zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen.
tim/dpa-AFX