Energieversorgung: Bis 2035 an Gasprom gebunden - DER SPIEGEL
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Energieversorgung Bis 2035 an Gasprom gebunden

Schon heute wird Europas Energiehunger zu großen Teilen mit russischem Erdgas gestillt. Dessen Bedeutung wird eher noch wachsen als schwinden. Nun hat Deutschlands größter Versorger E.on seine Verträge mit dem Monopolisten Gasprom verlängert – und zwar gleich bis ins überübernächste Jahrzehnt.
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Düsseldorf – Die Verträge zwischen Gasprom   und E.on   laufen nun bis 2035, 15 Jahre länger als bisher. Darüber hinaus wurden neue Lieferverträge über zusätzliche Erdgasmengen abgeschlossen, die im Zeitraum 2011 bis 2036 durch die geplante Ostseepipeline nach Deutschland gelangen sollen. Die in Moskau unterzeichneten Verträge umfassen die Lieferung von insgesamt rund 400 Milliarden Kubikmeter Erdgas, teilte E.on mit. Diese Menge entspreche dem gesamten Gasbedarf Deutschlands in vier Jahren beziehungsweise dem der Europäischen Union in einem Jahr.

E.on sei es gelungen, im scharfen globalen Wettbewerb um Gasmengen langfristig russisches Erdgas zu wettbewerbsfähigen Bedingungen für den europäischen Energiemarkt zu beschaffen, hieß es. Dies sei ein Meilenstein für Europas Versorgungssicherheit, erklärte E.on-Vorstandschef Wulf Bernotat.

Mit den Verträgen werde die Partnerschaft mit Gasprom gefestigt, sagte er. "Gleichzeitig treffen wir Vorsorge, um zurückgehende Lieferungen aus westeuropäischen Quellen zu ersetzen und sichern zusätzliche Mengen für den wachsenden europäischen Markt", ergänzte der Chef von E.on Ruhrgas, Burckhard Bergmann. Die Konzerntochter ist größter deutscher Gasimporteur. Die jährliche Lieferung von rund 24 Milliarden Kubikmetern entspreche einem Drittel der derzeit von E.on Ruhrgas beschafften Gasmenge.

Im Detail wurden die Verträge mit Lieferpunkt Waidhaus an der deutsch-tschechischen Grenze um 15 Jahre bis 2035 verlängert. Auf dem Landweg bekommt E.on pro Jahr 20 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Das macht im Zeitraum 2020 bis 2035 rund 300 Milliarden Kubikmeter Erdgas.

Die neuen Verträge beinhalten die Lieferung von jährlich vier Milliarden Kubikmeter Erdgas an E.on durch die Ostseepipeline nach Greifswald. Über den Seeweg bekommt E.on in den 25 Jahren zwischen 2011 bis 2036 insgesamt 100 Milliarden Kubikmeter. Die Kapazität der Ostseepipeline, die von Gasprom, E.on und BASF   realisiert wird, ist höher. E.on beteiligt sich auch am Bau von zwei neuen Gasleitungen zum weiteren Anschluss der Ostseepipeline an das deutsche Gasnetz.

Russland verfügt über die weltgrößten Erdgasreserven: Seine sicher gewinnbaren Vorräte werden von Experten auf knapp 44 Billionen Kubikmeter geschätzt. Etwa 90 Prozent des russischen Gases kommen aus Westsibirien. Allein das Urengoij-Feld hat sicher gewinnbare Reserven von sieben Billionen Kubikmetern. Ein weiteres wichtiges Gasvorkommen von vergleichbarer Größenordnung ist das Jamburg-Feld. Die Halbinsel Jamal verfügt über noch größere Vorkommen, die im nächsten Jahrzehnt erschlossen werden sollen.

itz/dpa-AFX