Enron-Desaster: Andersen-Partner zittern um ihr Vermögen - DER SPIEGEL
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Enron-Desaster Andersen-Partner zittern um ihr Vermögen

Seit der Milliardenpleite von Enron jagt bei den Wirtschaftsprüfern von Arthur Andersen eine Horrormeldung die nächste. Nun befürchten Partner sogar, dass sie persönlich für den Schaden haften müssen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

New York - Unter den rund 1750 Partner der US-Sparte von Arthur Anderson geht offenbar die Angst um. Wie das "Wall Street Journal" (WSJ) berichtet, haben viele von ihnen bereits Anwälte eingeschaltet. Ihre Hauptfrage: Muss ich persönlich für die Fehler bei der Prüfung von Enron haften?

Grund der Besorgnis ist die Rechtsform von Arthur Anderson in den USA. Dort firmieren die Wirtschaftsprüfer als Limited-Liability Partnership (LLP). Eigentlich sollen die Partner damit gerade für den Fall geschützt werden, dass die Summe der Forderungen das verfügbare Firmenkapital überschreitet. Diese Rechtsform ist jedoch relativ jung, und deshalb gibt es noch keine Rechtsprechung für Klagen, wie sie nun Andersen ins Haus stehen.

Laut "WSJ" summieren sich die Schadenersatzforderungen gegen Andersen bereits jetzt auf mehr als eine Milliarde Dollar. Das Blatt berichtet über rund hundert Partner, die eine Anwaltskanzlei beauftragt haben, mögliche Risiken für einzelne Partner auszuloten. In früheren Fällen, als die Rechtsform LLP noch nicht existierte, mussten Partner aus ihrem persönlichen Vermögen bis zu 600.000 Dollar Schadenersatz zahlen.