Enron: Gericht dämpft die Gier der Abwickler - DER SPIEGEL
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Enron Gericht dämpft die Gier der Abwickler

Der Fall des insolventen Energie-Händlers Enron verleitet offenbar alle Beteiligten zu fast manischer Raffgier. Auch die Anwälte, Berater und Buchprüfer des Konkursverfahrens sollen versucht haben, sich mit überhöhten Rechnungen zu bereichern.
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Houston/Texas - Ein Kontrollausschuss des Gerichts, der die in Rechnung gestellten Honorare der Kanzleien überprüft, hat offenbar etliche Ungereimtheiten und unangemessene Forderungen festgestellt, wie die "Financial Times" berichtet. Die hoch bezahlten Fachleute hatten es zum Beispiel mit der Abrechnung der geleisteten Arbeitszeit nicht so genau genommen. Als erste Maßnahme wurden deshalb die Zahlungen zunächst gedeckelt.

Bis zur endgültigen Klärung des Sachverhalts, so schlägt der Ausschuss vor, solle man die Rechnung der Anwaltsfirmen um 4,5 Prozent kürzen. Weil Gotshal & Manges und Milbank Tweed Hadlay & McCloy, die beiden federführenden Kanzleien, sollten 3,2 beziehungsweise 5,2 Prozent weniger bekommen.

Hintergrund der sorgfältigen Prüfung der Rechnungen ist die Sorge der Konkursverwalter, die Kosten für Anwälte, Berater und Buchprüfer könnten die letzten Reserven aufzehren. "Es steht zu befürchten, dass die Kosten für die Aufarbeitung des Konkurses in keinem Verhältnis zu den Werten stehen, die für die Gläubiger am Ende übrig bleiben", sagte ein Mitglied des Gläubigerausschusses gegenüber der "Financial Times".

Betrachtet man die Rechnungen, die die Kanzleien regelmäßig ausstellen, erscheint die Sorge berechtigt. Immerhin addieren sich die Honorare auf eine Million Dollar - täglich.