Enron-Skandal: Die Hausbanken sollen schuld sein - DER SPIEGEL
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Enron-Skandal Die Hausbanken sollen schuld sein

Der insolvente Energiehändler Enron erwägt einem Pressebericht zufolge rechtliche Schritte gegen seine Hausbanken. Man fühle sich falsch beraten, heißt es.
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Brüssel - Wie das "Wall Street Journal" berichtet, hat das Unternehmen beim Konkursgericht beantragt, den prominenten texanischen Anwalt Lee Godfrey damit zu beauftragen, mögliche Ansprüche an die 16 Finanzinstitute zu prüfen.

Godfrey wirft den Banken vor, durch schlechte Beratung zum Zusammenbruch des Unternehmens beigetragen zu haben. Die Institute hätten wahrscheinlich sehr genaue Kenntnis von der heiklen finanziellen Situation der Vertragspartner Enrons gehabt, also von dem hohen Risiko gewusst, das mit den jeweiligen Geschäften verbunden war, heißt es in der Klageschrift. Zu den betroffenen Banken zählen dem Blatt zufolge neben der Citigroup und J.P. Morgan auch die Deutsche Bank und die Credit Suisse Group.

Gegen einige Institute laufen derzeit eigene Ermittlungen wegen fragwürdiger Transaktionen, die sie für Enron ausgeführt hatten, nachdem geschädigte Enron-Aktionäre Anzeige erstattet hatten.

Der Vertreter der Enron-Aktionäre, William Lerach, steht dem Ansinnen des Energiehändlers dennoch skeptisch gegenüber. "Nach unserer Auffassung hat das Unternehmen keinen legitimen Anspruch gegen die Banken", sagte Lerach gegenüber dem "Wall Street Journal". Enron als Urheber des Skandals versuche vielmehr, Ansprüche der eigentlich Geschädigten in die eigenen Kassen umzuleiten.