Enron-Skandal Erste Gefängnisstrafe verhängt
Houston - Glisan hat sich am Mittwoch der Verschwörung schuldig bekannt und ist anschließend sofort in Handschellen und mit Fußfesseln abgeführt worden. Mit fünf Jahren Gefängnis erhielt er die höchstmögliche Strafe. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll das Urteil einen gewissen Abschreckungseffekt haben.
Der 37-jährige frühere Treasurer räumte die Manipulation der Finanzdaten ein, um sich selbst zu bereichern und Verluste aus den Büchern herauszuhalten. "Ich glaube, ich möchte einfach nur feststellen, dass ich die volle Verantwortung für meine Taten übernehme", sagte Glisan zu Richter Kenneth Hoyt. 23 Anklagepunkte gegen ihn waren fallen gelassen worden, darunter Geldwäsche und Betrug. Über die Gefängnisstrafe hinaus muss der Ex-Manager noch 938.000 Dollar an den Staat zahlen, die er nach Auffassung des Gerichts unrechtmäßig erlangt hatte.
Glisan war unter anderem an dem Aufbau der so genannten "Raptors" beteiligt. Mit diesen Scheinfirmen gelang es dem Enron-Management jahrelang, die eigenen Umsätze aufzublähen, finanzielle Risiken des Kerngeschäfts zu verschleiern und den Konzerngewinn in die Höhe zu schrauben.
Als Hauptverantwortlicher für den Finanzskandal bei Enron gilt der ehemalige Finanzchef des Unternehmens, Andrew Fastow. Gegen ihn liegt eine 109 Punkte umfassende Anklage vor.