Enronitis-Verdacht Qwest verschreckt die Märkte
Denver - Die Bundesstaatsanwaltschaft habe das Unternehmen informiert, dass eine strafrechtliche Untersuchung gegen Qwest eingeleitet worden sei. Man wolle voll mit der US-Staatsanwaltschaft kooperieren, betonte die Telefongesellschaft.
Möglicherweise geht es um so genannte Swap-Geschäfte, die im Jahr 2001 etwa eine Milliarde Dollar von Qwests Umsatz ausmachten. Wie auch andere Unternehmen der Branche verkaufte Qwests Glasfasersparte Leitungskapazitäten an Konkurrenzunternehmen - um die gleiche Kapazitätsmenge zeitnah zurückzukaufen. Durch diese virtuellen Geschäfte wurde der bilanzierte Umsatz deutlich erhöht.
Laut "Wall Street Journal" untersucht die US-Börsenaufsicht SEC bereits, ob Qwest die durch Swap-Geschäfte generierten Umsätze - wie nach Rechnungslegungsstandards vorgesehen - peu à peu über einen längeren Zeitraum oder auf einmal verbucht hat. Letzters könnte gegen Bilanzregeln verstoßen. Qwest beharrt darauf, dass die Swap-Deals korrekt bilanziert wurden.
Qwest ist die viertgrößte US-Regionaltelefongesellschaft und operiert vor allem im Westen der USA. Firmenchef Joseph Nacchio war vor wenigen Wochen ausgeschieden und durch Richard C. Notebaert ersetzt worden. Das Unternehmen ist mit 26 Milliarden Dollar verschuldet.
Qwest-Aktien brachen am Mittwoch nach kurzer Aussetzung des Handels um 37,3 Prozent auf 1,63 Dollar eingebrochen. Vor einem Jahr hatte das Papier noch mit 30,73 Dollar gekostet.