Entgegen aller Prognosen Handymarkt wächst und wächst
Egham - Rund 816,6 Millionen Handys wurden 2005 weltweit verkauft. Damit stieg der Absatz um rund 21 Prozent an, wie das Markforschungsunternehmen Gartner berichtet. Ursprünglich hatten Experten einen Anstieg von acht Prozent vorhergesagt. Im vierten Quartal 2005 zog der Verkauf mit 235 Millionen abgesetzten Handys besonders stark an. Allerdings blieb das Wachstum hinter den Vorjahren zurück: 2004 war der Handy-Markt um 30 Prozent gewachsen.
In Entwicklungsmärkten verzeichnete die Industrie 2005 weiterhin ein kräftiges Wachstum mit günstigeren Geräten. In den entwickelten Märkten hätten viele Kunden ihre Handys durch modernere Geräte ersetzt, sagte Gartner-Analystin Carolina Milanesi. Dabei konnten die fünf großen Hersteller ihren Vorsprung auf Kosten der kleinen weiter ausbauen, wie Gartner mitteilte. Am gesamten Absatz sind die Hersteller Nokia, Motorola, Samsung, LG, Sony Ericsson und Siemens/BenQ mit einem Anteil von 79,4 Prozent beteiligt. Vor einem Jahr waren es noch 78,4 Prozent gewesen. Im unteren Preissegment halte weiterhin der anhaltende Wettbewerb die Preise unter Druck, während Design und neue Technologien das Wettrüsten bei High-End-Geräten bestimme, sagte Milanesi.
Nokia war 2005 mit einem Marktanteil von 32,5 Prozent (30,7 Prozent ein Jahr zuvor) weiterhin unangefochtener Marktführer. Allein im vierten Quartal hätten mehr als ein Drittel aller weltweiten Handy-Besitzer sich ein Nokia-Gerät gekauft, sagte Milanesi. Motorola konnte seinen Anteil dank seiner ultradünnen "Razr"-Modelle am stärksten von allen Wettbewerbern aufstocken: von 15,4 Prozent im Jahr 2004 auf nun 17,7 Prozent. Mit einem Absatz knapp unter 42 Millionen Stück im vierten Quartal bleibt das Unternehmen die Nummer zwei im Markt.
Samsung verteidigte mit einem Marktanteil von 12,7 Prozent (zuvor 12,6 Prozent) seinen dritten Platz in der Weltrangliste. Mit einem Zuwachs von nur 0,1 Prozentpunkten vergrößerte sich allerdings der Abstand zu Motorola weiter. LG und Sony Ericsson liegen mit 6,7 und 6,3 Prozent Marktanteil auf den Plätzen vier und fünf. Die von BenQ übernommene Siemens-Handy-Sparte hat als einzige ihren Marktanteil nicht ausbauen können. Sie rangiert mit 3,5 Prozent (7,2 Prozent im Jahr 2004) weiterhin auf dem sechsten Platz.
ase/dpa