LUFTVERKEHR Entscheidung über »Lufthansa light«
Ihre dreistelligen Millionenverluste auf innerdeutschen Strecken will die Deutsche Lufthansa eindämmen. Am Dienstag dieser Woche wird der Lufthansa-Vorstand entscheiden, ob er seine Pläne zum Aufbau einer eigenen Billig-Fluglinie (SPIEGEL 39/1997) umsetzt. Seit Oktober hatte eine von Lufthansa-Chef Jürgen Weber eingesetzte Spezialeinheit an dem Konzept dafür gearbeitet. Das Modell für die neue Tochtergesellschaft, die intern unter dem Arbeitstitel »Lufthansa light« läuft, wurde am Dienstag vergangener Woche den sechs Bereichsvorständen präsentiert, dort stieß der Plan auf einhellige Zustimmung. Die Experten schlagen vor, zunächst 14 Maschinen aus der vorhandenen Flotte in eine neue Gesellschaft zu überführen, die innerdeutsche Strecken außerhalb der Verkehrsknotenpunkte München und Frankfurt bedienen soll. In einer späteren Phase sollen nochmals 16 Jets dazukommen, die dezentrale europäische Routen wie Leipzig-Paris fliegen. Um die Kosten des neuen Carriers geringzuhalten, sollen die Jets mehr Sitzplätze bekommen. Ein Teil des Personals soll auf dem freien Markt angeheuert, Wartung und Reparatur extern vergeben werden. Stimmt am Dienstag auch der Konzernvorstand zu, können die Sparjets schon von Ende Oktober an abheben.