Entwarnung: Der Euro ist doch kein Teuro - DER SPIEGEL
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Entwarnung Der Euro ist doch kein Teuro

Selbst die Experten sind überrascht. Der Euro hat laut Statistischem Bundesamt nicht für den befürchteten Preisschub gesorgt. Die Verbraucherpreise stiegen im Januar geringer als erwartet.
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Wiesbaden - Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Kosten für die Lebenshaltung im Januar bundesweit um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Grund für den Anstieg waren vor allem die gestiegenen Steuern auf Tabak, Versicherungen und Kraftstoff und die saisonbedingt höheren Preise für Obst und Gemüse.

Der Preisauftrieb fiel damit geringer aus als noch in der vergangenen Woche von vielen Experten vorausgesagt. Die befürchteten Preiserhöhungen nach der Euro-Einführung blieben weitgehend aus. "Nach den jetzt vorliegenden Zahlen muss man sagen, dass der Euro kein Teuro ist", sagt Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen. Auch er hatte mit einem höheren Anstieg der Preise gerechnet.

Steuern und Gemüse treiben die Preise an

Nach den Worten Solveens sind etwa 0,8 Prozent des Preisanstiegs auf so genannte Sondereffekte wie Steuern und die gestiegenen Obst- und Gemüsepreise zurückzuführen. Welchen Anteil der Euro an den restlichen 0,1 Prozent habe, sei nur schwer zu sagen. "Niemand wird ermitteln können, ob beispielsweise der Friseur seine Preise nicht auch ohne den Euro erhöht hätte", meint Solveen.

Auf Jahressicht berechnete das Statistische Bundesamt einen Preisanstieg von 2,1 Prozent. Im Dezember lag dieser Wert bei 1,7 Prozent.

Euro wird weiter beobachtet

Das Statistische Bundesamt will nach eigenen Angaben seine Studien zur Preisdynamik nach der Euro-Einführung fortsetzen. Dabei werden Tausende Preise unterschiedlicher Produkte des täglichen Bedarfs verglichen. Beobachtet werden dabei unter anderem die so genannten Schwellenpreise, die auf 8 oder 9 enden. Mit Ergebnissen dieser Studie ist jedoch nicht vor Ende Februar zu rechnen.