Epcos-Chef "Irgendwann ist die günstige Situation vorbei"
München - "Die Nachfrage nach elektronischen Bauelementen hat einen historischen Höchststand erreicht", begründete Vorstandschef Klaus Ziegler auf der Halbjahrespressekonferenz die guten Zahlen von Epcos. Vor Steuern und Zinsen kam der Siemens-Ableger auf ein Ergebnis von rund 270 Millionen Mark. Der Auftragseingang hat sich im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf rund 2,4 Milliarden Mark mehr als verdoppelt. Der Umsatz stieg um 55 Prozent auf etwa 1,6 Milliarden Mark.
Vor allem die Anbieter von Mobilfunk- und Autoelektronik, die Hauptabnehmer von Epcos-Produkten, machten gute Geschäfte und sorgten so für eine konstant gute Nachfrage, sagte Ziegler. Zudem seien die Preise stabil, was gegenüber einem gewöhnlichen Preisverfall von sechs bis zehn Prozent eine äußerst günstige Situation schaffe.
"Wir werden den Schwung, der in der Dynamik der Märkte steckt, voll zu unseren Gunsten nutzen", sagte Ziegler. Ein Dämpfer könnte allerdings von der Preisseite kommen. "Irgendwann in absehbarer Zeit wird diese für uns sehr günstige Situation nicht mehr anhalten", sagte Ziegler.
Dieser Ansicht ist auch Jürgen Wagner, Analyst bei Sal. Oppenheim in Frankfurt. "Im nächsten Jahr wird es Epcos schwer haben, diese Zahlen noch einmal zu toppen", sagte er.
An der Börse legten die Aktien im frühen Handel um knapp vier Prozent zu, gaben später aber den Großteil ihrer Gewinne wieder ab und notierten nur noch knapp ein Prozent im Plus.