Epcos: Kurssturz nach Gewinnwarnung - DER SPIEGEL
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Epcos Kurssturz nach Gewinnwarnung

Der Bauelemente-Spezialist Epcos findet keinen Weg aus der Krise. Nach der dritten Gewinnwarnung in Folge sackten die Kurse erneut in den Keller. Für die Analysten ist das keine Überraschung.
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München - Mit maximal 0,35 Euro werde das Ergebnis je Aktie im dritten Quartal deutlich unter den Erwartungen der Analysten liegen, teilte Epcos   am Freitag in München mit.

Der Gewinnwarnung folgte ein deutlicher Kursverlust an der Börse. Kurz nach Handelsauftakt hatte der Titel schon 5,90 Prozent verloren und gehörte damit zu den größten Verlierern im Deutschen Aktien-Index Dax. Im weiteren Handelsverlauf konnte sich der Titel wieder etwas erholen und notierte gegen 11.45 Uhr mit einem Minus von 4,91 Prozent bei 52,10 Euro. Der Dax ging zeitgleich nur um 0,1 Prozent auf 5.882,75 Zähler zurück.

Ein Unternehmenssprecher begründete die Korrektur mit einem unerwartetem Rückgang bei Auftragseingängen aus der Telekommunikations- und Unterhaltungselektronik im Juni. Anders als noch im Mai erwartet werde auch im vierten Quartal nicht mit einer Besserung der Geschäftslage gerechnet. Die genauen Zahlen für das dritte Quartal will die Siemens-Tochter am 26. Juli bekannt gegeben werden.

Oliver Wojahn, Analyst bei der Berenberg-Bank, zeigte sich nicht überrascht von der Epcos-Meldung. Die Münchener hätten für das Jahr 2001 ein Umsatzwachstum zwischen 10 und 15 Prozent avisiert und eine EBIT-Marge (Verhältnis von dem Gewinn vor Zinsen und Steuern zum Umsatz) von rund 16 Prozent. Ob Epcos dies halten könne, sei noch unklar, erklärte der Analyst. Es sei zwar möglich, aber schwierig.

Grundsätzlich ist Epcos seiner Einschätzung nach gut positioniert. Das Unternehmen erwirtschaftet jedoch rund zwei Drittel seines Umsatzes in Europa. Außerdem würden 40 Prozent des Umsatzes im Telekommunikationsgeschäft getätigt, was sich deutlich auf die Zahlen durchschlage. Auch die konjunkturelle Eintrübung hinterlässt ihre Spuren, so Wojahn. Er hat die Aktie vor rund zwei Wochen auf "Halten" zurückgenommen.

Ende der Talsohle noch nicht erreicht

Analysten hatten für das dritte Quartal ein Ergebnis je Aktie von 0,54 Euro erwartet. Daraus hätte sich rechnerisch ein Gewinn nach Steuern von rund 35 Millionen Euro ergeben. Nach der aktuellen Prognose würde Epcos hingegen höchstens einen Gewinn nach Steuern von knapp 23 Millionen Euro erreichen. Im zweiten Quartal erwirtschaftete Epcos bei einem Umsatz von 530 Millionen Euro noch einen Gewinn nach Steuern von 62,6 Millionen Euro. Vorstandschef Gerhard Pegam hatte im Mai aber angekündigt, dass Epcos die Talsohle im dritten Quartal durchschreiten und im vierten Quartal wieder mehr Schwung bekommen werde. Diese Hoffnung habe sich nicht erfüllt, sagte der Unternehmenssprecher am Freitag.

Für das gesamte Geschäftsjahr hatte Epcos zuletzt mit einer Gewinnmarge von 16 Prozent vor Steuern und Zinsen gerechnet. Beim Umsatz erwartete Epcos einen Zuwachs von 10 bis 15 Prozent. Als Konsequenz aus der rückgängigen Nachfrage entließ Epcos in diesem Jahr bereits 450 Beschäftigte, weitere 400 Mitarbeiter im Münchner Epcos-Werk arbeiten seit April in Kurzarbeit.