Epcos: Weitere 1000 Stellen fallen weg - DER SPIEGEL
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Epcos Weitere 1000 Stellen fallen weg

Die Siemens-Tochter Epcos ist wegen der Flaute in der High-Tech-Branche weit tiefer ins Minus abgestürzt als von den meisten Analysten befürchtet. In München und Heidenheim will der Bauelemente-Hersteller noch einmal Jobs abbauen.
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München - An den beiden deutschen Standorten seien 800 Arbeitsplätze betroffen, weltweit sollten 1000 Stellen abgebaut werden, teilte Epcos am Dienstag mit. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2000/01 (Ende am 30. September) hatte der Ableger des Siemens-Konzerns   bereits rund 1500 feste Arbeitsplätze gestrichen und sich zudem von 900 Leiharbeitern getrennt.

Wegen hoher Sonderbelastungen und der Flaute in der Hightech-Branche habe man im vierten Quartal einen Verlust von 52 Millionen Euro verbucht, berichtete Epcos   weiter. Im Vorfeld befragte Analysten waren zum Teil von deutlich besseren Werten in einer Spanne zwischen minus 41 Millionen Euro und plus 10 Millionen Euro ausgegangen.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2000/01 (Ende am 30. September) habe sich vor Steuern und Zinsen (Ebit) ein Gewinn in Höhe von 208 Millionen Euro ergeben, so die Mitteilung. Nach einem Zuwachs von 63 Prozent im Vorjahr sei der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr nur noch um drei Prozent auf 1,9 Milliarden Euro gestiegen.

Wie hoch das Nettoergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr ausfiel, gab Epcos in seiner Ad-hoc-Mitteilung zunächst nicht bekannt. Im Vorfeld der Jahrespressekonferenz befragte Analysten hatten einen Nettoverlust zwischen 22 und 38 Millionen Euro erwartet. Im vergangenen Jahr hatte der Hersteller passiver elektronischer Bauelemente noch einen Gewinn von 82,1 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Analysten merken aber an, dass Epcos vor allem durch einmalige Sonderausgaben für Stellenkürzungen und die Verlagerung von Produktionsstätten von Deutschland und Österreich in Billiglohnländer belastet wird.

Der Bauelemente-Spezialist teilte mit, der Auftragseingang sei im vierten gegenüber dem dritten Quartal bereits um 37 Prozent auf 209 Millionen Euro gestiegen. Im kommenden halben Jahr erwartet Epcos aber keine Besserung. Zwar zeichne sich im Mobilfunkgeschäft eine Nachfragebelebung ab, aber die Konsumelektronik bleibe schwach, und die Automobil- und Industrieelektronik schwäche sich ab. Erst in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2002 sei eine Belebung zu erwarten, sagte Vorstandschef Gerhard Pegam. Epcos hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr den Abbau von insgesamt 2200 Stellen eingeleitet.

In den vergangenen Monaten hatte das Unternehmen vor allem unter der schlechten Marktentwicklung in der Telekommunikations- und IT-Branche gelitten. "Wir glauben jedoch, dass Epcos das Schlimmste hinter sich hat", sagte Analyst Theo Kitz von Merck Finck & Co. Positiv könnte sich für Epcos vor allem auswirken, dass "plötzlich aus allen Enden der Welt optimistische Ausblicke der Handy-Hersteller kommen".

Epcos habe im vergangenen Jahr rund einen Drittel seines Umsatzes als Zulieferer für die Handy-Hersteller gemacht, gar zur Hälfte hänge das Münchner Unternehmen vom Bereich Telekommunikation ab. "Praktisch über Nacht sind da die Aussichten wieder besser geworden", sagte Kitz.

Statt "Kaufen" nur noch "Halten"

Weitaus zurückhaltender ist man bei M.M. Warburg. Die Experten der Privatbank haben ihre Empfehlung von "Kaufen" auf "Halten" zurückgenommen. Es habe zwar tatsächlich einige positive Töne von Seiten der Handy-Hersteller gegeben, sagte ein Analyst, doch diese seien bereits wieder im Kurs eingepreist. Deshalb habe er sich nur zwei Handelstage vor den Zahlen für die Herabstufung entschieden.

"Guter Produktmix"

Gut am Markt platziert während der derzeit schwachen Wirtschaftslage und bestens vorbereitet für einen eventuellen Aufschwung - so sieht HypoVereinsbank-Analyst Roland Pitz das Unternehmen. Der gute Produktmix und eine sensible Ausbalancierung der Zielmärkte habe Epcos davor geschützt, dass der allgemeine ökonomische Rückgang und der kollabierende Halbleitermarkt dem Unternehmen allzu viel anhaben könnten, schreibt Pitz in einem Unternehmensausblick. Der Experte hält das Papier bei "Neutral" und rechnet damit, dass sich der Titel marktkonform entwickeln werde.