Erbfolgesorgen: König Ikea und die mutlosen Prinzen - DER SPIEGEL
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Erbfolgesorgen König Ikea und die mutlosen Prinzen

Ingvar Kamprad, Schöpfer des Möbelmultis Ikea und inzwischen 76 Jahre alt, will nach langem Zaudern die Macht an seine Söhne abtreten. Doch zumindest der älteste Erbe ist offenbar gar nicht erpicht auf die schwierige Aufgabe.
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Stockholm - Ingvar Kamprad ist eine jener charismatischen Gründerfiguren, über die eine Vielzahl von Anekdoten zirkulieren. Wie Wal-Mart-Gründer Sam Walton und die Albrecht-Brüder hat er kleine Regionalläden in eine gigantische Handelskette transformiert und mit seiner Persönlichkeit die Kultur des Unternehmens nachhaltig geprägt. Zwei Haupteigenschaften werden ihm zugeschrieben: Geiz und Penibilität. Die eine half Ikea, effizienter als die Konkurrenten zu wirtschaften. Die andere, verbunden mit Kamprads Drang, möglichst viel selbst zu entscheiden, hat eine Nachfolgeregelung für die Unternehmensspitze verzögert.

Bereits am 21. August aber könnte sich entscheiden, wer künftig das Sagen hat im Ikea-Konzern und in der Kamprad-Dynastie. Der 76-jährige Patriarch, inzwischen von einer Prostatakrebs-Operation zum Jahresbeginn genesen, hat einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge für diesen Termin ein Familientreffen in Südschweden einberufen. Auf der Tagesordnung: die Nachfolgefrage.

"Vielleicht muss ich ihn drängen"

Im Interview sagte Kamprad der Zeitung und ihrem britischen Mutterblatt, er wolle sich zwar nicht vollständig in den Ruhestand verabschieden, seinen Posten als Vorsitzender der bestimmenden Ingka-Stiftung und andere Aufgaben jedoch in absehbarer Zeit abgeben. Als künftiger Chef der Unternehmensstiftung, in der sämtliche Unternehmensaktivitäten gebündelt sind, sei der älteste Sohn Peter vorgesehen. Der inzwischen 38-jährige scheint aber immer noch zu zögern, so dass Kamprad Senior öffentlich Druck auf ihn ausübt. "Natürlicherweise sollte es Peter sein", sagte Kamprad der "Financial Times", "aber er hat viel zu tun, und vielleicht muss ich ihn drängen".

Für den Fall, dass Peter die Aufgabe ablehnt, könnte dem Bericht zufolge der 33-jährige Matthias den Posten übernehmen. Andernfalls könnte der Jüngste auch das weniger bestimmende Amt des Präsidenten der Ikea-Gruppe übernehmen, sagte Kamprad Senior, "auch wenn ich ihm das nicht wünsche". Der Zweitgeborene, Jonas, solle 2003 ins Management der Ikea Group wechseln und über Preise, Verkauf und Sortiment bestimmen. Der 35-Jährige habe bereits versprochen, dass er dafür bereitstehe.

Der Gründersohn und der Habitat-Flop

Lange Zeit hatte es Gerüchte gegeben, Kamprad lasse seine Söhne in einer Art Wettstreit gegeneinander antreten, um ihre Eignung zu testen. Kamprad verwahrte sich im Interview gegen diesen Eindruck. Er sagte auch, er halte es nicht für sinnvoll, dass ein Einziger die Führungsaufgabe allein übernimmt. Ingvar Kamprad wollte sich ursprünglich bereits im Alter von 70 Jahren aus der Konzernführung verabschieden, hatte aber gezögert, weil er seine Söhne noch nicht für reif hielt.

Tatsächlich bleiben Zweifel an der Eignung der drei Erben. Während Ikea laut Kamprad inmitten der Konjunkturkrise weiterhin Umsatzzuwächse verbucht, waren die Söhne mit der Unternehmenstochter Habitat weitaus weniger erfolgreich. Die in innenstädtischen Lagen angesiedelte, exklusivere Möbelkette gehört seit zehn Jahren zum Ikea-Konzern und untersteht der von den Peter Kamprad geleiteten Ikano-Holding. Kamprad Senior räumte nun ein, der Kauf von Habitat sei womöglich ein Fehler gewesen. Die Situation der Tochter sei nicht besonders gut, man habe mit der Kette Geld verloren. Eine Option sei der völlige Verkauf der Kette. Das Vertrauen in die Führungsqualitäten von Peter Kamprad und seinen Brüdern dürfte das nicht eben stärken.

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