Erfolgreicher Protest: Aldi erhöht Milchpreis um sieben Cent pro Liter - DER SPIEGEL
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Erfolgreicher Protest Aldi erhöht Milchpreis um sieben Cent pro Liter

Der Lieferboykott hat sich gelohnt: Nach anderen Supermärkten will jetzt auch der Discounter Aldi seine Preise für Milch anheben. Experten gehen allerdings davon aus, dass die Milch bald wieder billiger wird.
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Berlin - Es ist ein Erfolg, denn seine Preise haben Signalwirkung für die ganze Branche: Nach Lidl und anderen Supermärkten hat auch der Lebensmittel-Discounter Aldi den Preis für Frischmilch angehoben. Die Handelskette verkaufe den Liter Milch nun sieben Cent teurer als bisher, berichtete die "Bild"-Zeitung. Andere Einzelhändler hatten den Preis für Frischmilch nach einem zehntägigen Lieferstreik der Milchbauern am Montag um zehn Cent je Liter angehoben. Wie die "Bild"-Zeitung weiter schreibt, will Aldi den Milchbauern jedoch zehn Cent mehr je Liter bezahlen.

Ob sich die Milchbauern jedoch dauerhaft auf höhere Preise einrichten können, halten Wirtschaftsexperten und Molkereien für fraglich. Sie rechnen laut "Bild.de" schon bald wieder mit sinkenden Preisen im Einzelhandel. Es sei "zu erwarten, dass der Preis schnell wieder bröckelt", sagte der Konjunkturchef des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) Essen, Roland Döhrn. Bei Milch sei der Wettbewerb und damit der Preisdruck unter den Handelsketten besonders hoch.

Auch die Molkereien erwarten, dass Milch wieder günstiger wird. Durch den Streik der Milchbauern gebe es derzeit viel Milch, "mindestens zwei Tageslieferungen mehr als sonst", sagte Werner Hahn, Vorstand des bundesweit fünftgrößten Milchverarbeiters Ehrmann "Bild.de". Sollte das Milch-Angebot hoch bleiben, seien "höhere Preise dauerhaft nicht möglich". Martin Mischel, Vorstand von Deutschlands größter Molkerei Nordmilch, sagte, der Milchpreis könne "nicht einfach festgelegt werden, sondern muss sich am Markt bilden". "Wenn nun einige Discounter den Preis für Milch erhöhen, heißt das noch lange nicht, dass sie dauerhaft überall teurer wird." Die Bauern würden künftig aber in jedem Fall mehr Geld je Liter bekommen als bisher.

Der Vorsitzende des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM), Romuald Schaber, reagierte empört auf die Prognosen. "Dass der Preis für Milch wieder fallen wird, ist Käse", sagte er. Diese Aussage zeige nur, dass die Molkereien gar nicht ernsthaft über dauerhaft höhere Preise verhandeln wollten. "Damit richteten sie riesigen Schaden an." Schaber drohte den Molkereien offen mit einer Wiederaufnahme der Streiks, sollte die Preise im Handel wieder fallen. "Die Molkereien sollten aufpassen, wie sie sich uns gegenüber verhalten. Denn eins ist klar: Wir Bauern stehen ganz schnell wieder auf der Matte", sagte Schaber "Bild.de".

sam/AFP