Erhebliche stille Lasten - DER SPIEGEL
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WEST-LB Erhebliche stille Lasten

• aus DER SPIEGEL 28/2003
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Im Management der WestLB kehrt keine Ruhe ein: Neben Risiken aus den Londoner Investmentbank-Aktivitäten und bei Flugzeugfinanzierungen kämpft das Institut mit »erheblichen stillen Lasten aus Börsenbeteiligungen«. Das räumte der Interims-Chef des Institutes, Johannes Ringel, bei der jüngsten Aufsichtsratssitzung ein. So steht die 30-Prozent-Beteiligung am Reisekonzern TUI noch zu 20 Euro pro Aktie in den Büchern, obwohl der Kurs seit Monaten unter 14 Euro dümpelt. Ringel bestätigte in der Sitzung die Größenordnung zusätzlicher Risiken von 1,5 Milliarden Euro (SPIEGEL 27/ 2003). »Das kann zum Jahresende nicht ausgeschlossen werden«, sagte er. Die Hauptversammlung hat den Vorstand noch immer nicht entlastet. Zunächst sollen die weitergehenden Untersuchungen der Bankenaufsicht (BaFin) abgewartet werden. Bei dem bislang geprüften Boxclever-Engagement bemängelte die BaFin, der Vorstand habe den Milliardenkredit unter »erheblichem Zeitdruck« abgesegnet, ohne die »operationellen Risiken ... ausreichend adressiert« zu haben - und ohne den Kredit an die zuständigen Behörden zu melden. Nach diesen Versäumnissen »unterblieb in der Folge eine klassische Unternehmensanalyse«, bemängeln die Aufseher in einem Schreiben an die Bank. Auch eine »den bestehenden Risiken angemessene Kontrolle und Beobachtung des Engagements« sei unterblieben, der Kreditausschuss wurde »unzutreffend informiert«. Zudem wurde der Kredit bis zum Prüfungsstichtag auf »keiner Watch List geführt«, obwohl ein Innenrevisionsbericht schon im April »erhöhte latente Risiken« festgestellt hatte. Dieses Papier jedoch wurde nicht an den Gesamtvorstand weitergeleitet. Die Vorgänge verstoßen vehement gegen das Kreditwesengesetz - und führten zum unfreiwilligen Abgang von WestLB-Chef Jürgen Sengera und dessen Vorstandskollegen Andreas Seibert. Die Prüfung der BaFin richtet sich wegen der Gesamtverantwortung des Vorstands für die Großkredite auch gegen Ringel.

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