Erhöhung Deutsche Post darf Briefporto anheben
Düsseldorf - Die Deutsche Post muss sich die Preise von der Bundesnetzagentur vorab genehmigen lassen. Aus den statistischen Grundlagen des Preisfestsetzungsverfahrens ergibt sich theoretisch ein Spielraum von durchschnittlich 0,2 Prozent, wie ein Sprecher des Bonner Konzerns heute erklärte. Ob und wieweit die Post ihn nutzen wird, sei aber noch völlig offen.
Es gilt dabei als wahrscheinlich, dass die Post ihre "Eckpreise" von 55 Cent für den Standardbrief und 45 Cent für die Postkarte innerhalb Deutschlands nicht erhöht. Angesichts der 2008 bevorstehenden vollständigen Öffnung des deutschen Briefmarktes sind die Portopreise für die Post von strategischer Bedeutung.
Eine Portoerhöhung müsste dabei nicht in allen Briefklassen gleich ausfallen. Die Post könnte mit Zustimmung der Behörde auch einige Portopreise erhöhen und andere senken. Die Anträge zur künftigen Preisgestaltung will die Post erst im Herbst bei der Netzagentur einreichen, die diese dann genehmigen muss. In den vergangenen Jahren hatte die Post die Preise im Durchschnitt gesenkt.
Die Post hatte Anfang dieses Jahres das Porto für Kompaktbriefe bis 50 Gramm um 5 Cent auf 90 Cent gesenkt. Unverändert blieben die Kosten für den bundesweiten Standardbrief mit 55 Cent und die Postkarte mit 45 Cent. Die Kosten für eine Versendung innerhalb Europas erhöhten sich allerdings auf 70 Cent beziehungsweise 65 Cent.
Ermittelt werden die Preise im Rahmen eines speziellen Verfahrens, bei dem die Inflationsrate berücksichtigt wird. Liegt diese über dem der Post unterstellten Produktionsfortschritt von 1,8 Prozent, kann das Porto im Schnitt um die entsprechende Differenz erhöht werden. Im umgekehrten Fall muss es gesenkt werden. Der Berechnung für 2007 liegt die Inflationsrate von 2005 zugrunde, die 2,0 Prozent betrug.
tim/ddp/Reuters