Ericsson Schweden als schlechte Sanierer
Stockholm - Zur Abwechslung probierten es die Schweden mal auf die anonym-verrätselte Tour. In der umfangreichen "Sabbern.com"-Werbekampagne, die wild speichelnde Jugendliche zeigte, war zwar als Objekt der Begierde ein Ericsson-Handy zu sehen - der Name Ericsson aber fehlte. Offenbar glaubt man im Unternehmen inzwischen, die Schwäche der Marke habe sich zum Verkaufshemmnis entwickelt.
Auch die Kampagne aber hat dem Handy-Hersteller offenbar wenig geholfen - ohnehin ist das jenseits der Fachwelt kaum wahrgenommene Geschäft mit Telekom-Infrastruktur für ihn wichtiger. Im vierten Quartal hat Ericsson 2,2 Milliarden schwedische Kronen Verlust geschrieben, über 200 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es zwar noch 5,1 Milliarden Kronen Minus. Analysten aber hatten erhofft, dass Ericsson seine Verluste schneller eindämmen würde. Sie hatten im Schnitt bereits auf ein Minus von "nur" 1,3 Milliarden Kronen gewettet.
Auch beim Umsatz verfehlte Ericsson die Schätzungen: Er fiel von 58,5 auf 36,7 Milliarden Kronen, noch stärker als erwartet. Dabei waren die Erwartungen wirklich nicht mehr hoch. Ericsson bestätigte seine frühere Prognose, dass der Umsatz bei Telekomausrüstungen im laufenden Jahr abermals um 10 Prozent zurück gehen könnte. Ericsson-Chef Kurt Hellström versprach, das Schlimmste sei vorbei.