Ericsson Vorstand offenbar entmachtet
Stockholm/New York - Um das angeschlagene Unternehmen aus der Krise zu führen, hat der Aufsichtsrat einen dreiköpfigen Krisenstab eingerichtet. Wie das New Yorker Finanzblatt "Wall Street Journal" am Montag unter Berufung auf unterrichtete Kreise schrieb, sollen die Aufsichtsratsmitglieder Göran Lindahl, Sverker Martin-Löf und Eckhard Pfeiffer mindestens zweimal pro Monat von Spitzenmanagern persönlich über den Stand der Sanierungsarbeit unterrichtet werden.
Ericsson hatte als drittgrößter Mobiltelefon-Produzent der Welt nach Nokia und Motorola im ersten Quartal umgerechnet 1,7 Milliarden Mark Verlust in dieser Sparte eingefahren und will mehr als 10.000 Stellen bis Jahresende streichen. In dem Zeitungsbericht hieß es, mehrere Anteilseigner hätten durch ihre Vertreter im Aufsichtsrat Initiativen zu Veränderungen an der Spitze angekündigt, wenn es in den kommenden Monaten keine spürbare Verbesserung der Ertragslage gebe.
Auch von Gewerkschaften und kleineren Anlegern waren Vorstandschef Kurt Hellström und der Aufsichtsratsvorsitzende Lars Ramqvist in den letzten Wochen immer deutlicher wegen einer fehlgeschlagenen Unternehmenspolitik sowie Informationsdefiziten kritisiert worden.
Das Unternehmen lehnte am Montag in Stockholm eine Stellungnahme zu einem Bericht des "Wall Street Journal" ab.