Erste Einigung 3680 Jobs bei Telekom gestrichen
Bonn - Zum April fielen im Rahmen eines Interessenausgleichs bereits 3680 Jobs im deutschen Festnetz-Geschäft T-Com weg, wie ein Sprecher des Bonner Unternehmens jetzt bestätigte. Anfang September sollen weitere Stellen bei T-Com gestrichen werden, fügte er hinzu. Den betroffenen Mitarbeitern biete das Unternehmen alternative Stellen im Konzern an. Allein in den T-Punkten stelle die Telekom in diesem Jahr rund 1000 neue Mitarbeiter ein. Darüber hinaus gebe es freie Stellen im Zusammenhang mit dem Aufbau des Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetzes. Außerdem seien Abfindungsregelungen möglich.
Insgesamt will sich die Telekom bis Ende 2008 von 32.000 Beschäftigten trennen. Der Konzern setzt dabei auf das freiwillige Ausscheiden oder den freiwilligen Jobwechsel seiner Mitarbeiter. Betriebsbedingte Kündigungen soll es, wie mit der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di vereinbart, bis 2008 nicht geben.
Bislang seien die Angebote für Abfindungen und Altersteilzeit auf große Resonanz gestoßen, sagte der Sprecher. 1100 Mitarbeiter hätten die Möglichkeit einer Ausgleichszahlung bereits in Anspruch genommen. Insgesamt will sich die Telekom über eine solche Regelung von 7000 Mitarbeitern trennen. Mit dem Bund verhandelt der Konzern den Angaben zufolge außerdem über eine neue Regelung zum Vorruhestand für Beamte.
Das nun erzielte Teilergebnis über den Stellenabbau bei T-Com ist der erste Kompromiss zwischen Konzern und Arbeitnehmervertretern nach wochenlangem Ringen. Anfang Februar hatten bereits Ver.di- und Unternehmensvertreter ihre Verhandlungen über den Stellenabbau abgeschlossen. Ver.di hatte die damals ausgehandelte Vereinbarung jedoch später verworfen. Die Telekom verhandelt deshalb nur noch mit dem Gesamtbetriebsrat, mit dem nun auch diese Einigung erzielt wurde.
In Ausführungen zu dem Interessenausgleich von Ver.di gewinnt die Gewerkschaft der Einigung trotz grundsätzlicher Ablehnung des Job-Abbaus auch positive Seiten ab: Obwohl der Gesamtbetriebsrat, dem Ver.di-Mitglieder angehören, die Personalplanung insgesamt nicht zu Fall bringen konnte, sei es gelungen, "dem Arbeitgeber Vorgaben zur Senkung der Vergabe an Drittunternehmen, zur Qualitätsverbesserung, zum Personalaufbau und zur Qualifizierung abzuringen", heißt es dort. Der Interessenausgleich lege das Ziel fest, 2006 insgesamt 6083 neue Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen.
ase/dpa/ddp