Erstes Quartal: Volkswagen meldet kräftigen Gewinnsprung - DER SPIEGEL
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Erstes Quartal Volkswagen meldet kräftigen Gewinnsprung

Verkaufsbilanz mit Licht und Schatten: Die Nachfrage in den Boomregionen machte das schwache Geschäft in den USA und in Europa mehr als wett. Noch stärker als den Umsatz steigerte der Wolfsburger Autokonzern Volkswagen aber seinen Gewinn.
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Hamburg - Das Ergebnis dürfte auf der Aktionärsversammlung am Donnerstag für gelöste Stimmung sorgen: Vor Steuern erhöhte sich der Konzerngewinn von Januar bis März um 28 Prozent auf 1,366 Milliarden Euro, wie Volkswagen am Mittwoch mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 1,38 Milliarden gerechnet. Dabei profitierte der Dax-Konzern wegen der Unternehmensteuerreform auch von niedrigeren Abgaben an den Fiskus. Deutlich geringer kletterte der Umsatz um 1,4 Prozent auf 27 Milliarden Euro.

Im ersten Quartal hatten die Wolfsburger knapp 1,6 Millionen Fahrzeuge weltweit an die Kundschaft ausgeliefert, sieben Prozent mehr als vor Jahresfrist und soviel wie nie zuvor in der Konzerngeschichte. Ungeachtet der Sorgen um die US-Konjunktur sieht sich der Wolfsburger Konzern auf einem guten Weg, in diesem Jahr mit den Marken VW, Audi, Skoda, Seat, Bentley und Lamborghini den Rekordabsatz des Vorjahres zu übertreffen. Im Vorjahr hatte der Automobilbauer weltweit rund 6,2 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert. Bis 2011 will der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn acht Millionen Pkw und Nutzfahrzeuge verkaufen.

Trotz weniger Arbeitstagen übertraf der Konzern damit den Vorjahreswert um sieben Prozent. Getrieben wurde das Wachstum von der massiven Nachfrage in China, Brasilien, Russland und Indien. Erstmals setzten die Wolfsburger in China mehr Automobile ab als in Deutschland. Dagegen fiel der Zuwachs auf dem Heimatmarkt mit 2,6 Prozent vergleichsweise mager aus. In den USA ging der Verkauf sogar 0,7 Prozent Fahrzeuge zurück.

Die Erträge aus den chinesischen Joint Ventures fließen ebenso wie die aus den Beteiligungen an den Nutzfahrzeugherstellern MAN und Scania in das Finanzergebnis ein, während sich die Erträge des Europa-Geschäfts im operativen Ergebnis wiederfinden.

Zudem hat Volkswagen bekräftigt, die Anteile am schwedischen Nutzfahrzeughersteller auf 68,6 Prozent zu erhöhen. Bislang fehlt aber noch die Zustimmung der Kartellbehörden. Anfang März hatte der Wolfsburger Konzern bereits angekündigt, die Mehrheit an Scania zu übernehmen

Einer ersten Analysteneinschätzung zufolge sind die Zahlen größtenteils wie erwartet ausgefallen. "Der bestätigte Ausblick klingt gut, aber nicht neu", sagte der Experte. Anleger würden derzeit weiter auf eine Entscheidung zum VW-Gesetz und auf den nächsten Schritt von Porsche warten. An der Börse wurden die Zahlen am Morgen kaum wahrgenommen. Die Volkswagen-Aktie stand bereits vor Veröffentlichung der Zahlen unter Druck. Sie ging bis 11.15 Uhr um 1,8 Prozent auf 187,81 Euro zurück.

Am Donnerstag steht die Hauptversammlung an. Dort geht es unter anderem um eine Umsetzung des Urteils des Europäischen Gerichtshofes vom Herbst vergangenen Jahres, nach dem das VW-Gesetz gegen EU-Regelungen zum freien Kapitalverkehr verstößt.

mik/Reuters/AP/ddp/Dow Jones

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