Erstes Treffen: Yahoo nähert sich Microsoft an - ein bisschen - DER SPIEGEL
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Erstes Treffen Yahoo nähert sich Microsoft an - ein bisschen

Alles außer Microsoft: Das war stets das Motto von Yahoo-Chef Jerry Yang. Doch seine verzweifelte Suche nach einer Alternative blieb bisher ergebnislos - Time Warner und Rupert Murdoch sind offenbar nicht interessiert. Aus schierer Not hat sich Yahoo nun erstmals mit Microsoft getroffen.
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New York - Jerry Yang läuft die Zeit davon. Der Yahoo-Chef sucht seit Wochen nach Alternativen zum Übernahmeangebot Microsofts. Letzten Monat verschickte der Firmengründer Durchhalteparolen an seine über 14.000 Mitarbeiter: "Mit Bedacht evaluiert der Verwaltungsrat eine breite Palette von Alternativen." Ob eine Allianz mit dem Mediengiganten Time Warner  , ein Zusammengehen mit Rupert Murdochs MySpace oder gar mit Erzfeind Google   - Hauptsache nicht Microsoft  . Doch alle Bemühungen Yangs sind bisher im Sand verlaufen.

Zähneknirschend stimmte deshalb das Yahoo-Management einem Treffen zu. Dem ersten überhaupt seit dem Bekanntwerden der feindlichen Übernahmeofferte vom 31. Januar. Beobachter sprechen denn auch von einem "kommunikativen Durchbruch". Wie das "Wall Street Journal" in der heutigen Ausgabe berichtet, haben sich beide Seiten vergangenen Montag getroffen.

Dabei fanden aber keine Verhandlungen statt, sondern Microsoft präsentierte vorerst nur seine Vision von einer Fusion beider Firmen - Microsoft möchte die verunsicherten Yahoo-Mitarbeiter nicht weiter verängstigen und gibt sich bewusst zurückhaltend. Dafür spricht auch der Umstand, dass keine Investmentbanker anwesend waren. Ob die beiden CEOs, Jerry Yang und Steve Ballmer, am Treffen in Yahoos Hauptquartier im kalifornischen Sunnyvale teilgenommen haben, ist nicht bekannt.

Unterdessen schießt sich Google weiter auf die drohende Fusion ein. Ein solcher Schritt könne dem Internet schaden, warnte Google-Chef Eric Schmidt heute. "Eine Übernahme Yahoos durch Microsoft würde uns Sorgen machen." Microsofts Verhalten in der Vergangenheit lasse daran zweifeln, dass der Konzern im Einklang mit der Offenheit des Web handeln würde, so Schmidt weiter.

Das Übernahmeangebot des Software-Giganten für Yahoo   hat derzeit einen Wert von fast 42 Milliarden Dollar. Der Internet-Konzern hat die Offerte als zu niedrig zurückgewiesen.

Eine Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters ergab jedoch, dass die große Mehrheit der Finanzexperten davon ausgeht, Microsoft werde Yahoo letztendlich doch noch erwerben.

mso/Reuters