Erzeugerpreise: Hohe Steigerung schürt Inflationsangst - DER SPIEGEL
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Erzeugerpreise Hohe Steigerung schürt Inflationsangst

Mit dem stärksten Anstieg der Erzeugerpreise in Deutschland seit neun Jahren wächst auch die Inflationsgefahr weiter. Experten warnen, dass eine mögliche Erhöhung der Zinsen der Konjunktur schaden könnte.
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Wiesbaden - Der Auftrieb der Erzeugerpreise hat im Juli mit 3,3 Prozent den höchsten Wert seit 1991 erreicht. Im Vergleich zum Vormonat stiegen sie um 0,7 Prozent. Das war mehr als dreimal so viel, wie von Analysten erwartet worden war. Nach wie vor sei die Entwicklung stark von steigenden Preisen bei Mineralölerzeugnissen geprägt, berichtete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag.

Die Mineralölerzeugnisse waren im Juli 29,3 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, in Monatsfrist stiegen ihre Preise um 1,2 Prozent. Ohne Ölerzeugnisse kletterten die Erzeugerpreise im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent und gemessen am Juni um 0,6 Prozent. Billiger waren unter anderem elektrischer Strom, Schweinefleisch sowie Kartoffeln und Kartoffelerzeugnisse.

Mit dem Juli-Wert haben sich nach Darstellung der Statistiker die seit April beobachteten Preisauftriebstendenzen fortgesetzt.

Der Präsident des Bundesverbandes für Groß- und Außenhandel, Michael Fuchs, macht vor allem die Euroschwäche für die steigenden Preise verantwortlich. Der "Bild" sagte Fuchs: "Der schwache Euro hat üble Folgen für den Import: Die immer teureren Einfuhren bedeuten steigende Inflationsgefahr. Im Jahresmittel ist mit zwei Prozent Preisauftrieb zu rechnen, Tendenz steigend!" Fuchs warnte ebenfalls vor weiteren Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB). Fuchs wörtlich: "Wenn die EZB die Zinsschraube weiter anzieht, kann das die Konjunktur abwürgen."

Die nächste Anhebung der Leitzinsen nach der Sommerpause scheint allerdings so gut wie beschlossen. Für den Präsidenten der Hessischen Landeszentralbank, Hans Reckers, ist nur noch das Ausmaß von 0,25 oder 0,5 Prozent offen. Neben der Inflationsgefahr nannte er als Begründung die Notwendigkeit einer konsequenten Geldpolitik. Das Vertrauen in die EZB und in den Euro könne so gestärkt werden.