»Es wird sich lohnen« - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 47 / 142

UNTERNEHMER »Es wird sich lohnen«

SAP-Mitgründer Dietmar Hopp, 59, über seinen Einstieg ins Brauereigeschäft
• aus DER SPIEGEL 47/1999
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL: Von der Software zum Bier ist es ein weiter Weg. Warum engagieren Sie sich als Hauptaktionär bei der angeschlagenen Brauerei Henninger?

Hopp: Eigentlich wollte ich nicht ins Biergeschäft. Ich hatte mich vor etwa anderthalb Jahren privat an einem Immobilienunternehmen meines Freundes Werner Kindermann beteiligt. Der Plan war, Henninger an den Frankfurter Stadtrand zu verlagern und das alte Brauereigelände bei interessanter Rendite für neue Zwecke zu verwerten. Kindermann hatte so etwas schon bei der Schlossquell-Brauerei in Heidelberg erfolgreich praktiziert.

SPIEGEL: Aber in Frankfurt wehrte sich die Stadt dagegen?

Hopp: Ja, und so hatte ich nur die Wahl, mein Geld von Kindermann zurückzufordern oder eine Vorwärtsstrategie einzuschlagen. Ich habe mich entschieden, Kindermanns Anteile an den Brauereien Henninger, Schlossquell und Eichbaum weitgehend zu übernehmen.

SPIEGEL: Wie viel haben Sie investiert?

Hopp: Alles in allem war es bis jetzt für Henninger ein kleiner dreistelliger Millionenbetrag. Der Neubau der Brauerei erfordert demnächst noch einmal rund 90 Millionen Mark, und dann sind noch einige Millionen für weitere Investitionen sowie Sozialplan nötig. Aber es wird sich lohnen.

SPIEGEL: Das Biergeschäft ist nicht gerade eine Wachstumsbranche.

Hopp: Wir wollen deshalb auch keine neuen Kapazitäten schaffen, sondern kostengünstiger produzieren. Außerdem setzen wir auf den Export. Heidelberger Schlossquell zum Beispiel wird demnächst auch in Amerika verkauft.

SPIEGEL: Werden Sie sich jetzt langfristig im Biergeschäft engagieren?

Hopp: Wenn es gut läuft, kann ich mir das vorstellen. Aber natürlich strebe ich keine Managementaufgaben an.

SPIEGEL: Trinken Sie überhaupt Bier?

Hopp: Einen guten Rotwein mag ich lieber. Aber ich habe alle meine Biermarken durchprobiert, das Eichbaum-Premium-Pils schmeckt mir am besten.

Zur Ausgabe
Artikel 47 / 142