Eskalation Hewlett junior verklagt Hewlett-Packard
Palo Alto/Wilmington - Hewlett, der im monatelangen Streit um die Fusion von HP und Compaq hartnäckig gegen die Merger-Pläne von Carly Fiorina opponierte, hat die Klage am Donnerstag bei einem Gericht in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware eingereicht. Er klage im Namen der Hewlett-Familienstiftung, hieß es in einer vorbereiteten Mitteilung. Die Stiftung hält 5,7 Prozent der HP-Aktien. Mit an der Klage beteiligt ist Edwin von Bronkhorst, der andere Treuhänder der Stiftung.
Hewlett teilte weiter mit, er lege Beschwerde gegen das Vorgehen ein, mit dem HP bei Aktionären um Zustimmung zur Fusion geworben habe. Anlass zur Kritik gebe insbesondere das Verhalten des HP-Managements gegenüber großen institutionellen Anteilseignern wie der Deutschen Bank.
Vom Gegner zum Jein-Sager
Die Deutsche Asset Management, eine Tochter der Bank, hatte bis kurz vor der Abstimmung zu den Gegnern der Fusion gezählt. Nach intensiven Lobby-Bemühungen des HP-Managments stimmte sie dann doch mit 17 Millionen Aktien, der Hälfte ihrer Stimmen, für die Fusion.
Es kursiert das Gerücht, dass führende Mitarbeiter von Hewlett-Packard den Beginn der Abstimmung nur deshalb um 30 Minuten verschoben haben, um das Votum institutioneller Anleger in ihrem Sinne zu beeinflussen. Kritiker des HP-Managements und der Bank betonen zudem, dass diese Bank in der Woche vor der HP-Hauptversammlung daran beteiligt war, HP eine neue Kreditlinie von vier Milliarden Dollar einzuräumen.
Weniger als 51 Prozent Pro-Stimmen?
Er habe das Gericht ersucht, möglichst schnell über seine Klage zu entscheiden, fügte Walter Hewlett hinzu. Hewlett-Packard war für einen Kommentar zu dem Schritt ihres Aktionärs und Aufsichtsratsmitglieds zunächst nicht verfügbar. Auch Vertreter der Deutschen Asset Management waren für einen Kommentar zunächst nicht zu erreichen.
Nach der Abstimmung am 19. März hatte HP-Chefin Carly Fiorina bekannt gegeben, das Fusionsvorhaben sei mit einer kleinen Mehrheit angenommen worden. Die offizielle Auszählung der Stimmen erfolgt aber in einem komplizierten Verfahren und kann sich noch Tage oder gar Wochen hinziehen.
Die Nachrichtenagentur AP meldet aber unter Berufung auf einen Hewlett-Vertrauten, die Fusion sei mit einer Mehrheit von weniger als einem Prozentpunkt angenommen worden. Hewlett hielt in seinen öffentlichen Äußerungen an der Darstellung fest, der Ausgang Abstimmung sei noch nicht absehbar. Dass er nun vor Gericht zieht, wird von manchen als Eingeständnis seiner Niederlage bei dem Aktionärsvotum gewertet.