Essers letzte Karte - DER SPIEGEL
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KONZERNE Essers letzte Karte

• aus DER SPIEGEL 5/2000
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In der Übernahmeschlacht um Mannesmann will Vorstandschef Klaus Esser den Angreifer Vodafone Airtouch kurz vor Schluss der Bieterfrist noch abfangen. Er möchte eine Beteiligung am Online-Dienst AOL Europe kaufen, der derzeit jeweils zur Hälfte dem Stammhaus AOL in den USA und Bertelsmann gehört. Die beiden Konzerne sind prinzipiell bereit, jeweils 17 Prozent der Anteile abzugeben. Als Partner will Esser das Mannesmann-Internet-Geschäft in die Allianz einbringen. Obwohl Esser diesen Geschäftszweig bisher ziemlich vernachlässigt hatte, sprach er in den Verhandlungen von 2,6 Millionen Kunden - für AOL ist diese Rechnung indes kaum nachzuvollziehen. In Deutschland sind nämlich lediglich rund 370 000 beim Online-Dienst germany.net aktiv dabei, ebenso viele sind nur registriert. Zudem surfen weitere 400 000 allenfalls zeitweise ("Internet-by-Call") bei den Mannesmann-Töchtern Arcor und Otelo. Stark dagegen ist der italienische Telefonableger Infostrada mit 1,5 Millionen Kunden. Werden die strittigen Bewertungsfragen geklärt, würde Mannesmann ein Drittel von AOL Europe im Wert von 13 Milliarden Mark erhalten - was die Mannesmann-Übernahme durch Vodafone erschweren dürfte. Doch Vodafone-Chef Chris Gent hat seinerseits Kontakte zu Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff aufgenommen, um seine Chancen als dritter Partner von AOL Europe auszuloten. Vorher hatte sich Gent bereits in Kooperationsgespräche von Mannesmann mit Bertelsmann-Partner Vivendi eingeschaltet und auch hier Offerten gemacht. Im Kopf-an-Kopf-Rennen der Telefonkonzerne könnte der Bertelsmann-Chef den Ausschlag geben.

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