EU-Entscheidung Google darf DoubleClick schlucken
Die Wettbewerbshüter hatten im November 2007 wegen schwerer Bedenken eine gründliche Prüfung des Vorhabens begonnen. Eine ihrer Fragen lautete, ob ein selbstständig bleibendes Unternehmen DoubleClick zu einem ernsthaften Konkurrenten für Google werden könnte.
Doch jetzt wies die Kommission die Einwände anderer Unternehmen, der Zusammenschluss werde Konkurrenten benachteiligen, zurück. Für die Wettbewerber Microsoft , Yahoo und AOL gebe es genügend glaubwürdige Alternativen, um Werbung auf Webseiten zu platzieren.
Googles Konkurrent Microsoft hatte vergangenen Herbst davor gewarnt, die umgerechnet 2,2 Milliarden Euro teure Übernahme stelle eine Gefahr für den Datenschutz und den Wettbewerb dar. DoubleClick platziert auf Computern, die Seiten im Internet ansteuern, sogenannte Cookies, die Aufschluss über die Surfgewohnheiten eines Nutzers erlauben. Solche Daten sind für die Werbewirtschaft immens wertvoll, um maßgeschneiderte Reklame im Internet zu schalten.
Datenschützer fürchten außerdem negative Folgen durch einen Zusammenschluss der umfangreichen Datenbanken von Google und DoubleClick. Die Kommission stellte aber klar, dass die wettbewerbsrechtliche Genehmigung nicht die datenschutzrechtlichen Pflichten des Unternehmens berühre.
Nach der Bekanntgabe der Entscheidung legte die Google-Aktie heute im frühen Handel rund vier Prozent auf 430,31 Dollar zu. Google hatte DoubleClick im April vergangenen Jahres für 3,1 Milliarden Dollar übernommen und damit den Bieterwettstreit gegen Microsoft gewonnen. Es ist der größte Kauf in der Geschichte des Internet-Unternehmens.
sto/AFP/AP/dpa