EU-Erweiterung: Der Osten wird zum Auto-Eldorado - DER SPIEGEL
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EU-Erweiterung Der Osten wird zum Auto-Eldorado

Die Erweiterung der EU zum 1. Mai wird sich nach Einschätzung von Experten gravierend auf die hiesige Auto- und Zulieferer-Industrie auswirken. Werksverlegungen nach Osteuropa werden zur Überlebensstrategie.
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München - "Nach dem 1. Mai muss damit gerechnet werden, dass verstärkt auch kleine und mittlere Zulieferer die großen Produktionsvorteile in Osteuropa nutzen", sagte Ferdinand Dudenhöffer von der FH Gelsenkirchen. Entscheidend sei die Rechtssicherheit, die mit der EU-Erweiterung in den neuen Partnerländern entstehe.

Unter diesen Umständen sei es auch für kleinere Unternehmen möglich, eine Auslagerung der Produktion in Betracht zu ziehen. Mehr noch: Gerade für diese Branche sei die Verlagerung zumindest eines Teils der Produktion eine notwendige Überlebensstrategie, da die Fertigung allein in Deutschland wegen der hohen Kosten oft nicht konkurrenzfähig sei.

Zulieferer sind zu rund 75 Prozent an der Herstellung eines Autos beteiligt, die Werke der Autohersteller selbst nehmen noch 25 Prozent der Wertschöpfung vor. Hinzu kommt, dass der Anteil der Arbeitkosten der Zulieferer bedeutend höher ausfällt als beim Hersteller.

Umso stärker wirkten sich bei den Zulieferern die möglichen Einsparungen bei den Lohnkosten aus, erläutert der Auto-Experte. Während in West-Deutschland die Arbeitsstunde einschließlich Lohnnebenkosten mit 28,50 Euro pro Stunde berechnet werden müsse, seien es in Tschechien gerade einmal 4,20 Euro.

Wie groß der Vorteil sei, lasse sich am Beispiel eines Skoda Oktavia verdeutlichen, der praktisch vollständig in Tschechien produziert wird. Der Mittelklassewagen, der in Deutschland für rund 20.000 Euro beim Händler steht, würde Dudenhöffers Berechnungen zufolge rund 25.000 Euro kosten, wenn er in Deutschland produziert würde.

Gleiches gelte auch für Fahrzeughersteller wie Porsche, dessen Geländewagen Cayenne zu 90 Prozent im VW-Werk in Bratislava produziert würde. Ohne die Zulieferungen aus der Slowakei müsste Porsche das Auto um mehr als 20 Prozent teurer verkaufen - ein Preis, den selbst die Stuttgarter am Markt nicht durchsetzen könnten.