EU-Genehmigung Frankreich darf Alstom retten
Brüssel/Paris - Wettbewerbskommissar Mario Monti sagte am Montagabend, der nachgebesserte Plan für den Energie- und Transportkonzern mit seinen 110.000 Mitarbeitern stehe "voll im Einklang mit den EU-Regeln".
Am Abend stimmten auch Verwaltungsrat und Gläubigerbanken dem Sanierungspaket im Umfang von mehr als drei Milliarden Euro zu, wie das Unternehmen mitteilte. "Alstom ist gerettet", sagte der französische Premierminister Jean-Pierre Raffarin. "Wir standen an der Schwelle zum Konkurs, was eine industrielle Katastrophe gewesen wäre."
Paris verzichtete nach ultimativem Druck Brüssel darauf, sich mit 300 Millionen Euro an einer Kapitalerhöhung zu beteiligen und Hauptaktionär bei Alstom zu werden. Diese Hilfe soll nun als langfristige Wandelanleihe fließen. Aktien kann der französische Staat damit aber nicht erwerben. Eine Umwandlung ist erst möglich, wenn die EU-Kommission den Sanierungsplan für das Unternehmen endgültig abgesegnet hat. Monti sagte, die EU-Untersuchung in dem Fall könne bis zu sechs Monate dauern.
Insgesamt beteiligt sich der französische Staat mit 800 Millionen Euro an der Rettung des prestigeträchtigen Unternehmens, 2,4 Milliarden Euro sollen die Gläubigerbanken schultern. Der Gesamtumfang der Finanzierungspakets wurde von ursprünglich 2,8 Milliarden Euro auf 3,2 Milliarden Euro erhöht, wie Alstom-Konzernchef Patrick Kron auf einer Pressekonferenz in Paris mitteilte. Dem Plan zufolge sollten weltweit 7000 Arbeitsplätze gestrichen werden, 5000 davon in Europa.
Am Standort Mannheim-Käfertal plant die französische Konzernleitung nach Betriebsratsangaben, zunächst 700 Arbeitsplätze im Kraftwerksbereich abzubauen. Die Generatorfabrik soll geschlossen werden. Die Konzernleitung plane, die Funktionen des traditionsreichen Kraftwerksbauers mittelfristig zu einem Büro für Kundenkontakte zusammenzuschmelzen. Dagegen wehre sich die Belegschaft mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln, erklärte der Betriebsrat.