EU-Kommission: Drohbrief an AOL und Time Warner - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

EU-Kommission Drohbrief an AOL und Time Warner

Die EU-Kommission hat AOL und Time Warner gedroht, die geplante Fusion zu blockieren. Beobachter sprechen von einem Warnschuss.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg/Brüssel - Die EU-Kommission hat die 156-Milliarden-Dollar-Fusion zwischen AOL und Time Warner in einer ersten Empfehlung abgelehnt. Den Entwurf habe sie beiden Unternehmen zukommen lassen, um den Druck zu erhöhen, berichten "Financial Times" und "Wall Street Journal" übereinstimmend. AOL und Time Warner sollen damit wenige Tage vor Ablauf der Entscheidungsfrist zu größeren Konzessionen gezwungen werden.

Ein Kommissionssprecher sagte, es handele sich bei der Veröffentlichung des Entwurfs um einen normalen Vorgang zu diesem Zeitpunkt. Bis Sonntag können der weltgrößte Onlinedienst und der US-amerikanische Mediengigant noch Vorschläge machen, wie sie ihre marktbeherrschende Position zu schwächen gedenken.

Informierten Kreisen zufolge will die Kommission den Deal nur zulassen, wenn Time Warner auf die ebenfalls geplante Fusion mit der Plattenfirma EMI verzichtet oder zumindest den Plan deutlich verändert. Bis Dienstagabend muss die Offerte für den EMI-Time-Warner-Zusammenschluss bei EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti eingereicht werden. Entstehen würde der größte Musikkonzern der Welt.

AOL gab sich gegenüber dem "Wall Street Journal" zuversichtlich, dass alle Hindernisse aus dem Weg geräumt werden können. Auch eine EU-Sprecherin sagte, die Gespräche bewegten sich "in die richtige Richtung".