EU-Kommission Kroes deutet Strafe für Microsoft an
Berlin - EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sagte heute in Berlin auf die Frage, ob es zu einer Geldbuße der Kommission kommen werde: "Ich kann mir keinen anderen Weg vorstellen." Die EU-Mitgliedstaaten hatten sich zuvor hinter Pläne der EU-Kommmission gestellt, Zwangsgelder gegen Microsoft im Streit um die Offenlegung von Programmen des Softwarekonzerns zu verhängen. Kroes habe für ihre Pläne Unterstützung im zuständigen Fachausschuss bekommen, hieß es aus Brüssel.
Über die Höhe des Zwangsgeldes solle bei der kommenden Sitzung des Ausschusses am Montag beraten werden. Dabei könnte es sich um einen dreistelligen Millionenbetrag handeln. Die Entscheidung der Behörde fällt noch im Juli.
Die EU-Kommission hatte gegen Microsoft bereits vor zwei Jahren wegen Marktmissbrauchs eine Strafe von knapp 500 Millionen Euro verhängt und eine Reihe von Auflagen gemacht, die nach Brüsseler Ansicht immer noch nicht erfüllt sind. Dabei geht es unter anderem um die Offenlegung von Informationen, die die Anbindung von Fremdprogrammen an die Microsoft-Software für Zentralrechner in Netzwerken (Server) ermöglicht. Microsoft behauptet, die EU-Auflagen erfüllt zu haben, die Kommission war bisher gegenteiliger Ansicht.
kaz/Reuters/AFP