EU-Stabilitätspakt: Eichel will Ausgabenziele festschreiben - DER SPIEGEL
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EU-Stabilitätspakt Eichel will Ausgabenziele festschreiben

Bundesfinanzminister Hans Eichel will neben dem Drei-Prozent-Defizit ein weiteres Kriterium in den EU-Stabilitätspakt aufnehmen. Künftig könnten auch die Ausgaben der Länder von der EU festgelegt werden, verlangt der Minister.
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Berlin - Eichel (SPD) kritisierte, dass im Stabilitätspakt bislang nur das zulässige Defizit eines Landes festgeschrieben ist. Der Pakt schreibt vor, dass das Defizit des Staates unter drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bleiben muss. Jetzt gehe es in der europäischen Debatte jedoch darum, neue Kriterien zu finden, sagte Eichel dem "Handelsblatt". Diese sollten die Länder durch eigene Entscheidungen beeinflussen können, wie etwa die Höhe der Ausgaben. "Es ist ein Fehler, nur ein einziges Kriterium, das Drei-Prozent-Defizit - zu betrachten", so Eichel.

Wenn die EU-Kommission künftig Defizitsündern nur vorschreiben würde, die Ausgaben zu senken, würde diese Grenze in der Rezession aufgeweicht: Da dann die Einnahmen konjunkturbedingt sinken, bliebe das Defizit über drei Prozent. Dies würde dann aber nicht mehr als Verstoß gegen den Pakt gewertet. Deutschland und Frankreich überschreiten in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge die Drei-Prozent-Grenze.

Eichel sagte, er werde in der Debatte über eine Reform des Pakts nicht vorpreschen, sondern gemeinsame Positionen mit anderen Ländern suchen. Neben Frankreich nannte er Großbritannien.