EU-Studie Europa kann Biosprit-Bedarf kaum decken
Paris - Für die Biosprit-Branche kommt es derzeit hart. Erst wird eine Studie der Weltbank bekannt, wonach Ökotreibstoffe schuld sind am massiven Anstieg der Lebensmittelpreise. Und dann legt auch noch die Europäische Umweltagentur (EEA) nach: Demnach lässt sich der Energiebedarf in Europa kaum mit Biosprit decken.
Rapsfeld in Brandenburg: Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion
Foto: DPADie EU plant für das Jahr 2020 einen Bio-Anteil an allen Kraftstoffen von zehn Prozent. Tatsächlich kann die heimische Landwirtschaft aber allenfalls 3,4 Prozent der gesamten Treibstoffmenge selbst erzeugen. Europa müsste also massenweise Biosprit einführen, um die selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Insgesamt müssten zwei Drittel des Bedarfs über Importe abgedeckt werden. Das geht aus einem EEA-Bericht an die einzelnen EU-Länder hervor, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
Biosprit ist wegen des weltweit starken Anstiegs der Nahrungsmittelpreise in Verruf geraten. Der Treibstoff wird in Konkurrenz zu Futter- und Lebensmitteln produziert. Der Anbau von Energiepflanzen erfolgt in manchen Regionen der Erde in umweltschädlichen Monokulturen und trägt teilweise zur Zerstörung des Regenwalds bei.
In der EU wachsen nun die Zweifel, ob das Zehn-Prozent-Ziel aufrecht erhalten werden soll. Die EEA hatte schon im April gefordert, dieses aufzugeben. Zunächst will die Europäische Kommission aber mit sogenannten Nachhaltigkeitskriterien sicherstellen, dass in Europa nur Biosprit aus umwelt- und sozialverträglicher Produktion zum Einsatz kommt.
wal/Reuters