Europäische Union will Blockadehaltung von Steueroasen brechen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Reformen EU will Blockadehaltung von Steueroasen brechen

Im Kampf gegen Steueroasen wollen mehrere EU-Mitgliedsländer die Hürden für strengere Regelungen senken. Nach Informationen des SPIEGEL fordern sie, dass die EU in Steuerfragen nicht mehr einheitlich entscheiden muss.
EU-Kommissionspräsident Juncker: Luxemburg als Steueroase für Konzerne
EU-Kommissionspräsident Juncker: Luxemburg als Steueroase für Konzerne

EU-Kommissionspräsident Juncker: Luxemburg als Steueroase für Konzerne

Foto: FILIPPO MONTEFORTE/ AFP
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Einige Mitgliedstaaten in der EU drängen darauf, dass Entscheidungen über Steuersparmodelle in Europa künftig per Mehrheitsbeschluss fallen sollen. Das berichtet der SPIEGEL. Bisher waren Reformen häufig daran gescheitert, dass Steueroasen wie Luxemburg oder die Niederlande wegen der notwendigen Einstimmigkeit in Steuerfragen jeglichen Fortschritt blockierten. Die zuständige Arbeitsgruppe zum sogenannten Verhaltenskodex dürfe "auf jeden Fall auf der Basis von Mehrheitsentscheidungen operieren", heißt es in einem vertraulichen Vermerk der EU-Kommission vom April dieses Jahres. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Alternativ könnte die Zahl der Einsprüche, die nötig sind, eine Einigung zu verhindern, erhöht werden. Zudem plädieren Deutschland und Frankreich dafür, den Chef des Gremiums, einen pensionierten Beamten aus Österreich, auszuwechseln. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble war über die Blockadehaltung von Luxemburg und den Niederlanden bei der Schließung bestimmter Steuerschlupflöcher bestens informiert. Die beiden Länder hätten sich "entschieden gegen eine weitere Diskussion in diesem Bereich ausgesprochen", zitiert der SPIEGEL aus einem vertraulichen Kabelbericht der Ratsarbeitsgruppe Verhaltenskodex.