Euro Die Aufholjagd geht weiter
Frankfurt am Main - Im Laufe des Vormittags stiegt die Gemeinschaftswährung auf ein neues Fünf-Monats-Hoch von über 0,9457 Dollar. Auch zur japanischen Währung kletterte der Euro auf ein neues Zehn-Monats-Hoch von über 108 Yen. Der Euro wurde Händlern zufolge von den Erwartungen der Märkte gestützt, dass sich die Wirtschaft in der Euro-Zone weniger stark abkühlt als in den USA und in Japan.
Jean-Claude Trichet rechnet sogar mit einem robusten Wachstum. Der Gouverneur der französischen Nationalbank sagte dem Rundfunksender "Europe 1" am Dienstag, er rechne mit einem inflationsfreien und lang anhaltenden Zuwachs um drei Prozent. Als Folge davon nähmen die Finanzmärkte immer mehr den Wert des Euro zur Kenntnis.
Der Chef-Volkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, hält innerhalb der nächsten zwölf Monate sogar das Erreichen der Parität des Euro zum Dollar für möglich: "Wir sehen ein Überschreiten der Parität innerhalb von zwölf Monaten."
Allerdings kritisierte der Volkswirt die Interventionspolitik der Europäischen Zentralbank. "Ich habe immer dafür plädiert, nicht zu intervenieren, sondern Portfoliooptimierung zu betreiben. Dollar sollte man verkaufen, wenn sie im eigenen Urteil überbewertet sind", sagte Walter. Jetzt beim Euro-Anstieg in den Markt hinein Dollar-Reserven zu verkaufen, verbiete sich schon wieder. "Nun sitzen wir für die nächsten Jahre weiter auf diesen Dollar-Reserven. Es wäre schön gewesen, wenn wir in dieser Beziehung etwas klüger gewesen wären."