Euro-Dollar: Bald steht es 1:1 - DER SPIEGEL
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Euro-Dollar Bald steht es 1:1

Nach etlichen Bilanzskandalen ziehen sich die Anleger vom amerikanischen Markt zurück. Das schwächt auch den Dollar - der Euro ist am Freitag fast mit der US-Währung gleichgezogen.
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Frankfurt am Main - Beschleunigt wurde der Anstieg der Europawährung nach Ansicht amerikanischer Währungsexperten durch den neuen Bilanzierungsskandal um den Kopierer-Hersteller Xerox  . Dieser habe das angeschlagene Vertrauen in die amerikanische Wirtschaft noch weiter erschüttert.

In der Spitze war der Euro bis auf 0,9991 Dollar gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs bei 0,9975 (Donnerstag: 0,9824) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 1,0025 (1,0179) Euro. Nach etwas besser als erwartet ausgefallenen US-Konjunkturzahlen fiel der Euro jedoch bis 17.15 Uhr auf 0,9846 Dollar zurück.

Die Berichte über die offenbar falschen Buchungen bei Xerox schreckten die Finanzwelt nur zwei Tage nach dem Bilanzskandal beim Telekomkonzern WorldCom   auf. Jetzt sei das Erreichen der Parität zum Dollar nur noch eine Frage der Zeit, sagte Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank.

Die Bilanzierungspraktiken in den USA und die Überwachung der Finanzmärkte hätten viele für die zuverlässigsten der Welt gehalten. "Tatsächlich ist das Bilanzrecht und die Überwachung in den USA wie ein Schweizer Käse - nämlich voller Löcher", sagte der Experte. "Es gibt in den USA sehr viel kreative Buchführung." Auch die Aussagekraft der jüngst veröffentlichten positiven Konjunkturzahlen sei in Zweifel zu ziehen.

Die stärker als erwartet gesunkenen Inflationsrate in der Eurozone im Juni habe den Euro zusätzlich gestützt, sagte Hellmeyer. Die Inflationsrate war von zwei Prozent im Mai auf 1,7 Prozent im Juni gesunken. Eine baldige Leitzinserhöhung durch die EZB sei damit unwahrscheinlicher geworden.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6498 (0,6460) Pfund, 118,20 (118,07) Yen und 1,4721 (1,4722) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 318,50 (320.25) Dollar gefixt. Der Kilobarren Gold kostete 10.345 (Vortag: 10.440) Euro.