Euro-Einführung: Bahnfahren wird teurer - DER SPIEGEL
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Euro-Einführung Bahnfahren wird teurer

Bei der Einführung des Euro können durch die Umrechnung krumme Preise entstehen. Nicht bei der Deutschen Bahn - sie rundet ihre Fahrpreise einfach auf.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - "Wir können die Bahnpreise nicht einfach eins zu eins in Euro umrechnen", sagt Jürgen Büchy, Vertriebsleiter der Deutschen Bahn. Wegen der Automaten müssten alle Preise durch zwanzig Cent teilbar sein, rechtfertigte der Manager die offensichtliche Preiserhöhung.

Das Unternehmen wolle an der Währungsunion nicht verdienen, sagte Büchy. Die Gewinne bezifferte er auf "einige hunderttausend Mark" im nächsten Jahr. Diese sollten für einen wohltätigen Zweck gespendet werden. Für die Kunden läge die Teuerung im Promillebereich, und die Regelung gelte ohnehin nur für ein knappes Jahr, da das Preissystem Ende 2002 reformiert werde.

Eine Abrundung der Preise zu Gunsten der Bahnkunden lehnt Büchy ab mit der Begründung, dass der Bahn durch die Euro-Umstellung Kosten von 120 Millionen Mark entstünden.

Der Bundesvorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Landtagsabgeordnete Hermann Josef Arentz, sprach von politischer Instinktlosigkeit. Die Deutsche Bahn gebe mit ihrem Verhalten der gesamten privaten Wirtschaft das "schlechteste nur denkbare Vorbild".