Euro-Einführung Der Chor der Optimisten
Frankfurt am Main - "Der Euro ist so stabil wie die D-Mark", sagte etwa Ernst Welteke in einem Interview des Südwestrundfunks. Auch der ehemalige Finanzminister Theo Waigel hält Sorgen über die gemeinsame Währung für unbegründet. In einem Interview des Deutschlandfunks nannte der CSU-Politiker den Euro "die Antwort Deutschlands auf die Globalisierung".
"Der Euro senkt die Preise", versicherte der Präsident der EU-Kommission, Romano Prodi, in einem Interview mit dem Magazin "Focus". Nach einer vorab veröffentlichten Umfrage des ZDF-Wirtschaftsmagazins "Wiso" empfindet die Bevölkerung dies allerdings anders: Rund 85 Prozent der Befragten habe den Eindruck, dass die Preise durch die Einführung des Euro steigen. Dies seien rund fünf Prozent mehr, als noch bei einer Befragung im Oktober. Rund die Hälfte der 1254 Befragten begrüßte den Euro.
"Ein Jahrhundertereignis"
Waigel nannte die Euro-Bargeldeinführung am 1. Januar 2002 in den zwölf Ländern der Eurozone "ein Jahrhundertereignis". Er zeigte Verständnis für die Ablehnung des Euro gerade bei der älteren Generation. "Ich habe auch Verständnis für ein Stück Wehmut, und dass man sich an die tollen Zeiten der D-Mark erinnert, das ist legitim."
Auch der frühere Bundesbank-Präsident Helmut Schlesinger trat Befürchtungen entgegen, der Euro werde weniger stabil sein als die D-Mark. In einem Interview der "Welt am Sonntag" sagte Schlesinger, die Europäische Zentralbank betreibe eine ähnlich straffe Politik wie die Bundesbank. "Ich bin deshalb zuversichtlich, dass der Euro den Vergleich mit der Mark nicht scheuen muss."