Euro-Einführung: "Es gibt noch genügend" - DER SPIEGEL
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Euro-Einführung "Es gibt noch genügend"

In Deutschland konnten sich die Bürger in aller Ruhe die neuen Euro-Münzen abholen, in Portugal und Griechenland dagegen war das viel schwieriger. Bundesbankpräsident Ernst Welteke mahnte zur Besonnenheit in der Neujahrsnacht.
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Frankfurt am Main - In der Nacht wurde noch lange für die ersten Euro-Münzen angestanden, tagsüber hielt sich das Euro-Fieber in den meisten Städten in Grenzen. Die "euphorische Partystimmung", die sich Bundesbankpräsident Ernst Welteke vorstellte, ist ausgeblieben. Als er selbst gegen Mittag in der Zentrale der Kölner Stadtsparkasse als Euro-Verkäufer auftritt und "Herzlich willkommen, hier gibt es frisches Geld", ruft, findet er nicht viel Publikum.

Welteke mahnte außerdem zur Vernunft in der Neujahrsnacht. Es sollten nicht alle Bürger versuchen, sich gleich in den ersten Minuten mit der neuen Währung am Geldautomaten einzudecken und auch nur so viel abheben, wie sie zunächst wirklich benötigten. Er erinnerte daran, dass die D-Mark bis Ende Februar in den Geschäften noch angenommen werde.

Sparkassen: 75 Prozent sind verkauft

Die Frankfurter Sparkasse, die schon in den ersten 90 Minuten nach Mitternacht etwa 7000 Starterkits rund 4000 Menschen verkauft hatte, öffnete am Morgen zusätzliche Schalter. Die wurden aber am Mittag gar nicht mehr benötigt, da der erwartete Massenandrang nicht mehr kam. Dennoch verzeichneten die Sparkassen ein reges Interesse an den neuen Münzen. Mit rund 30 Millionen Starter-Kits hatten sie für den ersten Tag den Löwenanteil der insgesamt 53,3 Millionen Münzpäckchen gebunkert. Bis zum Montagmittag seien rund drei Viertel davon an die Bürger abgegeben worden, sagte Reinhold Rickes vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband. Die Berliner Sparkassen-Filiale Unter den Linden meldete schon nach wenigen Stunden: "Ausverkauft". Viele Käufer wollten Euros zu Weihnachten verschenken und nahmen daher bis zu fünf Säckchen mit.

In Stuttgart bildeten sich am Morgen bei klirrender Kälte vor mehreren Bank-Filialen Schlangen. Bei der Hauptfiliale der Hamburger Sparkasse warteten allein 150 Menschen auf die Öffnung der Türen. Die Vereins- und Westbank in Hamburg berichtete, der große Ansturm sei ausgeblieben. "Das Interesse ist recht rege", sagte ein Sprecher des Berliner Bankenverbandes. "Es gibt aber noch genügend. Also kein Grund zur Panik, wenn man heute kein Tütchen besorgen kann."

Portugal und Griechenland: Kampf mit Schnee und Münzknappheit

Die Portugiesen, die sich bisher für den Euro kaum interessierten, rissen sich förmlich um die ersten Euro-Geldstücke, sagte der Leiter einer Bankfiliale in Lissabon. An den Ausgabestellen habe es großen Andrang gegeben. In zahlreichen Banken Lissabons waren die Münzen bereits nach wenigen Stunden vergriffen. In manchen Filialen waren nach Angaben von Augenzeugen überhaupt keine Euro-Münzen zu haben.

Die griechische Zentralbank musste unterdessen eingreifen, weil einige kleinere Privatbanken Provision für den Verkauf jeder Münzmischung verlangten. Andere Banken gaben die Euro-Tüten nur an eigene Kunden aus. "Wir haben sofort reagiert und die Verantwortlichen verwarnt", sagte ein Sprecher der Bank von Griechenland im Radio. Im Norden des Landes wurde der Verkauf der ersten Euro-Münzen durch schweren Schneefall behindert. Zahlreiche Menschen konnten weder zur Bank noch zur Arbeit gehen.