Euro: Händler glauben nicht an die Wende - DER SPIEGEL
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Euro Händler glauben nicht an die Wende

Die G7-Staaten wollen den Euro um jeden Preis stabilisieren - notfalls mit weiteren Interventionen. Devisenhändler lieben solche Kampfansagen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Der Handelsbeginn am Montag war mit Spannung erwartet worden: Wie würden die Märkte auf die Ankündigung der größten Industrienationen reagieren, den Euro um jeden Preis verteidigen zu wollen? Normalerweise testen Devisenhändler in solchen Fällen die Grenzen der Zentralbanken, sagten Beobachter und erwarteten ein Katz- und Maus-Spiel, bei dem der Kurs weiter abfallen könnte.

Der Kurs gab im Tagesverlauf leicht nach: Am Nachmittag notierte der Euro bei 0,8745 US-Dollar - über dem Stand vor der Intervention (86 Cents), aber auch deutlich unter dem kurzzeitigen Hoch von fast 90 Cents nach der Ankündigung der Notenbanken am Freitag. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs etwas niedriger auf 0,8770 Dollar fest.

Äußerungen des japanischen Vize-Finanzministers Toshiro Muto bekräftigten am Montag die Überzeugung der Märkte, dass die Notenbanken es ernst meinten. "Auch in Zukunft werden wir die Märkte mit großem Interesse beobachten und handeln, wenn es nötig ist", sagte Muto im Namen der japanischen Regierung.

Solche Worte schinden Eindruck: "Es ist offensichtlich, dass die G7-Staaten erneut intervenieren werden. Monetäre Autoritäten sind sehr besorgt um ihre Glaubwürdigkeit. Es ist daher unwahrscheinlich, dass sie nur einmal eingreifen und sich dann zurückziehen", sagte Ken Landon, Devisenanalyst bei der Deutschen Bank.

Dennoch sprachen Händler und Volkswirte von einem nur kurzweiligen Stützungseffekt für den Euro und einer weiterhin pessimistischen Einstellung der Märkte gegenüber der Währung. Insbesondere zweifeln sie an der Bereitschaft der USA zu einer erneuten Intervention. Bestätigt fühlen sie sich durch den US-Finanzminister Lawrence Summers, der am Freitag gesagt hatte, die USA seien weiterhin an einem starken Dollar interessiert.

Das Verkaufsinteresse an der Währung werde weiter anhalten, prognostizierten Händler. Solange der Wechselkurs sich nicht deutlich über 90 Cents stabilisiere, würden die Marktteilnehmer weiter zurückhaltend agieren. Im Wochenverlauf rechnen Analysten damit, dass der Euro wieder in den Sturzflug übergehen und bis auf 85 Cents fallen wird.