Euro in Italien O Lira mia
Rom - In Café-Bars in Rom gingen auch am ersten Arbeitstag des Jahres fast nur Lira über den Tisch. "Ganz wenige Leute zahlen in Euro", meint der Mann an der Kasse der Bar San Silvestro in der römischen Altstadt. Die Umstellung ist auch kompliziert. 1300 Lira kostete bislang meist ein Espresso am Tresen: Jetzt sind das 0,67 Euro. Auch in einer kleinen Pizzeria, wo die Römer mittags im Stehen essen, war vom Euro keine Spur. "Nur zwei Prozent der Leute zahlen mit dem neuen Geld", sagt die Kassiererin.
Lange Schlangen gab es in den Banken, wo sich die Kunden Euro-Schecks holten, und bei der Post, wo Millionen Rentner zum Monatsbeginn auf ihre Renten warteten. Die Mindestrente von einer Million Lire sind jetzt nur noch 516,46 Euro. "Sehr, sehr kleines Geld", kommentiert eine Rentnerin.
Die Umstellung geht auch deshalb etwas langsam, weil viele Geldautomaten defekt oder leer sind. An Neujahr gaben lediglich ein Drittel aller Automaten Euro aus. Es heißt, bis zum nächsten Montag, wenn nach den Heiligen Drei Königen die Kurzferien zu Ende sind,
seien 90 Prozent der Geldautomaten umgestellt.