Euro-Intervention EZB hält sich alle Optionen offen
Frankfurt am Main - Die Europäische Zentralbank (EZB) hält sich hinsichtlich eines möglichen Eingriffs an den Währungsmärkten weiter alle Optionen offen. Bankchef Trichet lehnte es am Donnerstag nach einer Ratssitzung in Frankfurt am Main ab, einen Kommentar zu denkbaren Interventionen abzugeben. Bei diesem Thema sei "verbale Disziplin" gefragt, betonte Trichet. Der Euro notierte am Donnerstag zwischenzeitlich auf einem neuen Allzeithoch bei 1,3383 Dollar.
Der EZB-Präsident wiederholte aber die bereits mehrfach geäußerte Einschätzung, dass die jüngsten Wechselkursbewegungen "unwillkommen" seien. Welcher Euro-Kurs gerechtfertigt sei, wollte er nicht kommentieren. Im Rat habe allerdings mit Blick auf die Wechselkursentwicklung Konsens bestanden, erklärte Trichet, ohne die Richtung der Debatte zu erläutern.
Zuvor hatte die EZB das aktuelle Leitzinsniveau von zwei Prozent bestätigt. Derzeit steht eine Zinssenkung angesichts des Höhenflugs des Euro nicht zur Debatte. "Die Option einer Zinssenkung wurde nicht erwogen", sagte Trichet. "Die beiden anderen Optionen haben wir betrachtet und sind zu dem Schluss gekommen, dass das derzeitige Zinsniveau korrekt ist", fügte er hinzu.
Die Notenbank hatte die Zinsen zuletzt im Juni 2003 auf den derzeitigen historisch niedrigen Stand gesenkt. Seit der Zinserhöhung der US-Notenbank Anfang November liegen die Leitzinsen in beiden Währungsräumen bei zwei Prozent.