Euro-Kurs: Iren gefährden Stabilität - DER SPIEGEL
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Euro-Kurs Iren gefährden Stabilität

Irland hält sich nicht an die Euroland-Regeln zur Wirtschafts- und Finanzpolitik. Die Regierung ignorierte eine Rüge von der EU-Kommission; dem Euro droht nachhaltiger Schaden.
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Frankfurt am Main - Der Euro ist unter Druck. Gerhard Grebe, Chefvolkswirt beim Bankhaus Julius Bär sieht den Grund vor allem in dem Clinch zwischen der Europäischen Kommission und Irland.

Bereits im November vergangenen Jahres verabschiedeten die Iren ein expansives Budget für 2001. Sie beschlossen, Einkommens- und Verbrauchssteuern zu senken. Damit würde die irische Wirtschaft weiterhin viel stärker wachsen als der Euroland-Durchschnitt und auch eine höhere Inflation ausweisen.

Bislang brachten die Pläne der irischen Regierung schon eine Rüge von der EU-Kommission ein. Irland reagierte sehr verärgert. Kommenden Montag trifft sich wieder der Rat der EU-Wirtschafts - und Finanzminister (Ecofin) in Brüssel. Dort will der Kommissar für Wirtschaft und Finanzen, Pedro Solbes, den Iren noch einmal ins Gewissen reden.

"Gerade von amerikanischen Anlegern wird diese Entwicklung sehr stark beachtet", sagt Grebe. "Der Euro ist schwach, weil die politische Einbindung fehlt." Die irische Volkswirtschaft falle in Euroland zwar nicht stark ins Gewicht. Doch werde das Verhalten der Iren als Präzedenzfall gesehen: Sie sind die erste Nation, die offen dem Stabilitäts- und Wachstumspakt zuwiderhandelt - und der Kommission fehlen die Sanktionsmöglichkeiten.