Euro-Kurs Von einem Hoch zum nächsten
Frankfurt am Main - Die Schwäche des Dollar, der auch gegenüber anderen Währungen verlor, und der erwartete Aufschwung in Europa haben den Euro am Donnerstagnachmittag auf den höchsten Stand seit Februar 2001 verholfen. Die Währung näherte sich der Marke von 0,94 Dollar. Am Mittwoch hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs noch bei 0,9320 Dollar festgestellt. Die US-Währung kostete damit nur noch 1,0667 (1,0730) Euro.
Devisenexperten rechnen nun erneut damit, dass der Euro noch innerhalb dieses Jahres - erstmals seit Anfang 2000 - die Dollarparität erreichen kann. Ende Januar hatte der Euro noch knapp unter der Marke von 0,86 Dollar notiert. Während die anhaltende Euro-Schwäche vor allem die Exportwirtschaft erfreut und die deutschen Ausfuhrrekorde zusätzlich beflügelt hatte, warnen mittlerweile erste Stimmen vor einem zu starken Euro.
"Ausgeprägte Dollar-Schwäche"
Devisenexpertin Alexandra Bechtel von der Commerzbank hält die negativen Folgen allerdings für begrenzt. Rund zehn Prozent der deutschen Exporte gingen in die USA, während der Anteil der Exporte in die Eurozone bei 44 Prozent liege.
Als wichtigste Triebfeder für den erstarkenden Eurokurs gilt zurzeit die wachsende Skepsis gegenüber der US-Wirtschaft, die zu einer deutlichen Umkehr der Kapitalströme aus den USA nach Europa führe. Bei der Euro-Stärke handele es sich "in erster Linie um eine ausgeprägte Dollar-Schwäche", sagte Frank Möller von der Bremer Landesbank. Dies zeige auch die Entwicklung des Dollar zu anderen wichtigen Währungen, erklärte der Devisenexperte.
Lokomotive Frankreich
Allerdings hellen sich die Erwartungen für die europäische Konjunktur zunehmend auf; dies könnte den Eurokurs weiter beflügeln. So war der am Montag für Deutschland, die größte Volkswirtschaft des Euroraums, veröffentlichte Ifo-Geschäftsklimaindex besser ausgefallen als erwartet. Für die zweitgrößte Wirtschaftsnation der Eurozone, Frankreich, sind Volkswirte noch optimistischer.
Frankreich habe sich zu einer der Wachstumslokomotiven des Kontinents entwickelt, sagte Gabriele Widmann von der DGZ DekaBank. Sie ist zuversichtlich, dass die französische Volkswirtschaft das zurzeit noch schwache Wachstum in Deutschland aufwiegen könne. "Der Aufschwung in Euroland ist da."