Euro-Münzen Pech für Österreich
Hamburg - Schuld daran sind winzige Abweichungen zwischen den Münzen aus unterschiedlichen Prägeanstalten. 15 davon gibt es in Europa. Sie alle haben zwar genaue Vorgaben, was Größe, Form und Zusammensetzung der verschiedenen Euro-Münzen angeht.
Kleine Abweichungen lassen sich aber nicht vermeiden. "Diese Prägestätten arbeiten mit unterschiedlichen Maschinen und haben verschiedene Materiallieferanten", sagt Christian Trenner vom Verband der Deutschen Automatenindustrie (VDAI). "Da ist es fast systembedingt, dass es mehr Toleranzen gibt als bei einer zentralen Münzprägung."
Hochkomplexe Automaten
Den Automaten ist das Prägedilemma egal. Die komplexen Maschinen sind darauf getrimmt, vermeintlich falsches Geld zu erkennen und zurückzuweisen. Neuere Automaten arbeiten dabei mit einer elektronischen Münzprüfung. Das Geldstück wird durch einen Schlitz eingeworfen, in der Bewegung gemessen und gespeichert. Die so gewonnenen Daten werden dann mit denen bereits zuvor gespeicherter Münzen verglichen. Stimmt etwas nicht, ist in den meisten Fällen die Münze falsch.
In den meisten. In manchen Fällen erwischt es aber auch die österreichischen Geldstücke. Klaus Fölsch, Chef der Hamburger Münzprägestätte, sieht das Problem bei den Automaten. "Toleranzen sind zulässig und absolut normal", so Fölsch. Die Hersteller hätten seit Jahren die Möglichkeit gehabt, ihre Automaten auf die verschiedenen Euro-Münzen einzustellen, seien zum Euro-Start aber offenbar nicht ausreichend vorbereitet gewesen. Fölsch hat bis jetzt allein in Hamburg 3,6 Milliarden Euro geprägt. Die Qualität sei hoch, Toleranzen minimal, so der Münzleiter.
Millionen für die Euro-Umstellung
Zugelassene Toleranzen hin oder her, das Problem bleibt an den Automatenbetreibern hängen. Die müssen ihre Maschinen jetzt so justieren, dass künftig auch bei den österreichischen Münzen nichts hakt. "Keine große Sache", beschwichtigt Christian Trenner. Schließlich handele es sich ja nur um Einzelfälle. Die Maschinen würden jetzt einfach so eingestellt, dass es künftig keine Probleme mehr gebe. Größere Sorgen bereiten Trenner wahrscheinlich die Kosten, die die Euro-Umstellung für seine Branche verursacht hat. Rund 560 Millionen Euro (1,1 Milliarden Mark) steckte die Automaten-Industrie in die Umrüstung. Pro Automat waren das bis zu 750 Euro (knapp 1500 Mark). Einige kleine Unternehmen mussten aufgeben.