Euro-Schwäche: Devisenhändler befürchten Panikverkäufe - DER SPIEGEL
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Euro-Schwäche Devisenhändler befürchten Panikverkäufe

An den internationalen Devisenmärkten rechnen Händler mit weiteren Euro-Verkäufen. Die europäische Gemeinschaftswährung blieb weiterhin unter der Marke von 92 US-Cent.
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Frankfurt am Main - Marktteilnehmer in Frankfurt und Tokio befürchten sogar Panikverkäufe, sollte der Euro die Marke von 0,90 Dollar unterschreiten. Zur Zeit sei am Markt jedoch noch keine Panik erkennbar, hieß es weiter. Die Spanne für die Gemeinschaftswährung gegen den Dollar sahen Händler am Mittwoch zwischen 91,5 und 92,5 Cents. Sollte der Euro auf 93 Cents steigen, werde dies vermutlich erneute Verkäufe auslösen. "Wer jetzt noch Euro-Positionen hält, verkauft sie in der derzeitigen Situation bei 93 Cents", sagte ein Händler.

Mit Begründungen für die anhaltende Euro-Schwäche taten sich die Händler schwer. "Das ist alles unglaublich, aber genau deshalb passiert es meistens." Wenig Bedeutung wurde dagegen der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) bei ihrer Ratssitzung am Donnerstag beigemessen.

Angesichts der anhaltenden Euroschwäche mehren sich jedoch die Stimmen für eine baldige Leitzinsanhebung im Euroraum. Der Wirtschaftsweise Horst Siebert riet der EZB zu einer baldigen Anhebung der kurzfristigen Zinsen. Nach seiner Einschätzung drücken sich im schwachen Euro-Kurs die strukturellen Schwächen Europas gegenüber den USA aus. "Es fehlen Reformen am Arbeitsmarkt, und es erwarten uns erhebliche Belastungen in der Alterssicherung." Vor allem Deutschland, Italien und Frankreich hätten ihre Hausaufgaben noch nicht gemacht.

Auch der frühere Bundesfinanzminister Theo Waigel hatte angesichts der Schwäche des Euros umfassende Reformen in Deutschland angemahnt. Der gegenwärtige Tiefstand des Euros sei auf Grund seines stabilen Innenwerts zwar nicht Besorgnis erregend, sagte der CSU-Politiker. Für eine Erholung des Außenwerts der Währung seien aber eine Steuer-, Gesundheits- und Rentenreform dringend erforderlich. Waigel bezeichnete es als Fehler, dass Italien bei der Einhaltung der Stabilitätskriterien Ausnahmen gestattet worden seien.