Marodes Kunstwerk in Frankfurt Der Euro braucht ein Hilfspaket
Euro-Skulptur vor der alten EZB-Zentrale: Teure Reparatur
Foto: Arne Dedert/ picture alliance / dpaIn Frankfurt am Main, vor dem alten Sitz der Europäischen Zentralbank, steht seit 2002 eine Statue: ein blaues Euro-Zeichen, umrankt von zwölf gelben Sternen. Die 14 Meter hohe Skulptur wurde kurz nach der Währungseinführung vom Künstler Ottmar Hörl erschaffen, als Symbol für die europäische Gemeinschaftswährung, für ein einheitliches Europa.
Doch inzwischen wirkt die Statue - genau wie der Euro - recht ramponiert. Die deutschen Winter haben ihr ebenso zugesetzt wie kapitalismuskritische Vandalen. Unbekannte haben unlängst einen der gelben Sterne in kommunistischem Rot getüncht. Am Euro-Zeichen blättert an mancher Stelle die Farbe ab. Anwohner echauffieren sich in Lokalzeitungen über den unappetitlichen Anblick der Statue.
An dem maroden Kunstwerk wären, kurz gesagt, eine Reihe Reparaturen nötig. Doch seinem Betreiber, dem Frankfurter Kultur Komitee (FraKK), fehlt dafür das Geld. Die Kosten dürften sich allein in diesem Jahr auf gut 60.000 Euro belaufen, sagte der FraKK-Vorsitzende und frühere Deutsche-Bank-Historiker Manfred Pohl , am Donnerstag dem "Wall Street Journal" . Das könne FraKK aus eigener Kraft kaum stemmen.
Fotostrecke: Der symbolträchtige Verfall der Fraktfurter Euro-Skulptur
Und so folgen die Hüter des Euro-Zeichens nun dem Beispiel mancher Euro-Staaten: Sie suchen externe Hilfe. Auf der FraKK-Website werden Spender gesucht . Wer mehr als 1000 Euro beisteuert, soll auf einer Fördertafel verewigt werden, verspricht FraKK.
Nicht alle Anwohner halten einen solchen Rettungsschirm für eine gute Idee. Sie plädieren eher für die Vernichtung des EZB-Wahrzeichens. "Wenn kein Moses kommt, um dieses goldene Kalb zu zerstören, sollten wir es in die Luft sprengen, den Schutt in eine Tasche tun und diese seinem Erschaffer an der Haustür überreichen", sagt der in Frankfurt ansässige Krimiautor Matthias Altenburg.
Besagter Mann hat wenig Verständnis für so viel Theatralik. "Ich wollte nur die Einheitswährung bewerben", sagt Ottmar Hörl über sein Kunstwerk. "Mehr nicht."