Euro Stützungskäufe ohne Wirkung
Frankfurt am Main - Nach den gemeinsamen Interventionen mit den Notenbanken in den USA und Japan Ende September sowie dem Alleingang am Freitag zeigte die EZB erneut Flagge. Skeptisch wurde im Devisenhandel beurteilt, dass sie dies wieder ohne ihre Partner in New York und Japan tat. So kurz vor der US-Wahl sei das aber verständlich, hieß es. Eine zu starke Abschwächung des Dollar mit Hilfe der US-Notenbank hätte für Zündstoff gesorgt. Am Morgen lag der Euro-Kurs bei 0,8730 Dollar, am späten Nachmittag war er auf 0,8604 Dollar gefallen. Über den Umfang der Stützungskäufe machte die EZB erneut keine Angaben.
Für eine nachhaltige Beeinflussung der Märkte seien drei bis fünf Runden notwendig, kommentierte Devisenhändler Ernst Pullmann von der Deka-Bank den ausbleibenden Erfolg des Eingriffs. Die EZB-Expertin der Dresdner Bank, Petra Köhler, sieht in der bevorstehenden Präsidentschaftswahl eine wichtige Hürde für einen nachhaltigen Kurswechsel des Euro zu Lasten des Dollar. Offensichtlich habe es die EBZ nicht geschafft, mit ihre Stützungsaktionen auch Käufe anderer Marktteilnehmer auszulösen.